Grüne Branche

Blumengroßmärkte: Ostergeschäft 2014 gut, aber nicht umwerfend

Es wird viel Geld ausgegeben zum Osterfest, und insbesondere die Reisebranche profitiert. War Ostern einst ein Familienfest mit gegenseitigen Besuchen, zieht es die deutschen Konsumenten nun weiter weg. Bei diesen Verschiebungen kann die grüne Branche zufrieden sein, wenn das diesjährige Ostergeschäft seitens der Blumengroßmärkte als „hervorragend“ (Frankfurt am Main) „sehr gut“ (Dortmund), „gut“ (Stuttgart) und „auf Vorjahresniveau“ (Köln) beschrieben wird. 

Blumengroßmarkt Hamburg: Anbieter Johann Stoltenberg im diesjährigen Ostereinsatz. Foto: Cordula Kropke/Blumengroßmarkt Hamburg

Prägend für das Ostergeschäft war, so ein Ergebnis einer Umfrage bei der Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte (VDB), die große Sortimentsbreite. „Flieder, eigentlich ein typisches Produkt für den Mai, lief sehr gut“, hat Raimund Korbmacher vom Blumengroßmarkt (BGM) in Köln bemerkt. Eine Feststellung, die auch von Reiner Wilk, BGM-Geschäftsführer Frankfurt am Main, unterstrichen wird. Auf der anderen Seite gab es eine große Nachfrage nach Frühjahrsblühern, insbesondere Narzissen. Zudem wurde die Aussage von Joachim Rottweiler, BGM Reutlingen, „Topf-Rosen liefen sehr gut“, auch von anderen Blumengroßmärkten bestätigt. Apropos Rosen: Das waren die Oster-Renner unter den Schnittblumen.

Das in weiten Teilen schöne Osterwetter war ein Impulsgeber für einen frühen Start in die Beet- und Balkonsaison. „Es gab noch nicht den ganz großen ,Run‘, aber die Nachfrage war schon sichtbar“, hat Frank Schäfer vom Blumengroßmarkt in Karlsruhe festgestellt. „Das Topfpflanzengeschäft war aufgrund der guten Wetterlage bemerkenswert, wir haben schon viel Beet- und Balkonware verkauft“, fasst auch Stefan Petzold vom Dortmunder Blumengroßmarkt das „sehr gut gelaufene Ostergeschäft“ zusammen.

Dieser „frühe Start in die Beet- und Balkon-Saison“ wird auch in Düsseldorf von Peter René Hecker bestätigt. Er betont, dass insbesondere „die heimischen Gärtner mit ihrer regionalen Erzeugung“ von den klimatischen Bedingungen in den vergangenen Wochen profitiert haben. „Keiner kauft italienische Kräuter, wenn es schon deutsche Produkte gibt“, erläutert er. Auch Reiner Wilk aus Frankfurt am Main freut sich: „Dieses Jahr waren wir viel besser als 2013 mit Produkten unserer Regional-Marke ,Ich bin von HIER!‘ versorgt.“

In Düsseldorf bescheinigt Hecker für den Bedarfshandel ein gutes Geschäft, in Hamburg nennt Marketing-Referent Klaus Bengtsson einen „sehr, sehr guten Absatz bei Baumschulerzeugnissen“. Insgesamt sieht Bengtsson so wie die Geschäftsführer der anderen Blumengroßmärkte, dass „alle Sortimente an einem zufriedenstellenden Ostergeschäft teilgenommen haben“.

Allerdings: „Am Dienstag nach Ostern war wenig los“, resümiert Hans-Georg Biller vom Blumengroßmarkt Mannheim den Nachverkauf. Wenige Umsätze wurden ebenfalls in Hamburg oder Frankfurt am Main registriert. „Dies lässt aber nicht unbedingt auf schlechte Verkäufe des Blumeneinzelhandels schließen, denn gleich nach Ostern beginnen ja die Umdekorationen, und die Floristen benötigen etwas Zeit, um sich neu zu orientieren“, erklärt Biller.

Er verweist aber darauf, dass die Regelung der österlichen Öffnungszeiten in Baden-Württemberg – dort dürfen Blumengeschäfte nicht Ostersonntag, sondern nur Ostermontag geöffnet haben – den Blumeneinzelhandel gegenüber anderen Anbietern wie Tankstellen diskriminiert. In NRW wurde eine gleichlautende Regelung wieder verändert. „Das begrüßen wir natürlich sehr, denn am Ostermontag kauft doch niemand mehr einen Osterstrauß“, meint Hecker.

Farblich gesehen gab es keine großen, allgemein gültigen Ausreißer. Österliches Gelb ist ein Symbol dafür, dass Ostern als Frühlingsfest angesehen wird. In Frankfurt am Main, aber ebenfalls in Dortmund wurde eine deutliche Tendenz zu Weiß gesehen. Martin Escher vom Blumengroßmarkt in Stuttgart stellt fest, dass „allgemein die Farbe Rosa in Pastelltönen im Kommen ist“.

Die VDB-Befragung ergab, dass eigentlich nirgendwo verstärkte Werbemaßnahmen des Blumeneinzelhandels wahrgenommen wurden. Wobei andere Branchen werblich durchaus aktiver sind. Insbesondere die Süßwaren-Branche, die zu Ostern rund 45 Prozent des Gesamtumsatzes macht. Dabei ist, glaubt man einer für Hamburg gemachten Umfrage einer Tageszeitung, Ostern kein eigentlicher Geschenkanlass. „Gibt es bei Ihnen zu Ostern Geschenke“, wurde gefragt. 54 Prozent antworteten mit Nein, 20 Prozent „nur Süßigkeiten“, 21 Prozent „Geschenke nur für Kinder“, und nur fünf Prozent der Befragten schenkten der ganzen Familie etwas. (mh)