Grüne Branche

Blumengroßmarkt in Frankfurt halbiert Einstiegskosten für Neumieter

Einen sehr konkreten und außergewöhnlichen Schritt insbesondere zur Unterstützung von Jungunternehmern aus dem Gartenbau sowie dem Großhandel von Blumen/Pflanzen/Bedarf hat der Blumengroßmarkt in Frankfurt am Main (BZG) gemacht. Auf der Generalversammlung der Genossenschaft am 5. November wurde beschlossen, den bei Neuvermietung zu zahlenden Genossenschaftsanteil zu halbieren. 

Durch die halbierten Einstiegskosten soll der Blumengroßmarkt als Vermarktungsort noch attraktiver werden. Foto: BGM Frankfurt

„Unser Ziel ist es, die finanziellen Hürden speziell für junge Unternehmer, die bei uns vermarkten möchten, zu verkleinern“, erläutert Geschäftsführer Reiner Wilk. „Der Einstieg soll leichter gemacht werden. Mit diesem Schritt reagieren wir aber auch auf den Generationswechsel in der Branche und die damit verbundenen Nachfolgefragen. Die sich ja nicht nur für den Blumeneinzelhandel, sondern ebenfalls für den Großhandel und die Erzeugerbetriebe stellen“, führt er weiter aus.

Die Halbierung der Einstiegskosten ist ein weitreichender Schritt, der den BZG als zentralen Vermarktungsort noch attraktiver macht. Zumal die Warmmiete seit 1982, also seit über 30 Jahren, unverändert ist. Dies konnte erreicht werden, obwohl andernorts von Mietpreisexplosionen die Rede ist und „sich auch bei uns die Nebenkosten in dieser Zeit verdoppelt haben“, wie Reiner Wilk erläutert.

Möglich wurde diese Perspektive für Neueinsteiger, weil der BZG Eigentümer der Immobilie ist und über eine hohe Liquidität verfügt. „Wer bei uns mitmachen will, tritt in ein gesundes Unternehmen ein“, verspricht Wolfgang Wollrab, Vorstandsvorsitzender des BZG. Bestehende Anteilseigner erhalten im Zuge dieser zukunftsorientierten Maßnahme Einlagen zurück oder können ihre Vermarktungsfläche vergrößern. Zu der guten Positionierung des Frankfurter Blumengroßmarktes zählt auch, dass die Flächen weitgehend vermietet sind.

Nur etwa 100 Quadratmeter stehen aktuell zur Verfügung. Was nicht zementiert ist, denn durch den Generationswechsel können durchaus Veränderungen eintreten. „Wir sichern durch diese Maßnahme ein gutes Stück Zukunft für den BZG. Auch mit Blick auf unsere Kunden, die sicher auch in Zukunft ein breites und tiefes Topangebot erwarten“, resümiert Reiner Wilk. (mh)