Grüne Branche

Blumenimporte aus Süd-Amerika: Lufthansa verliert Streit um Blumenflüge

Die Deutsche Lufthansa hat ihre Klage vor dem niederländischen Verwaltungsgericht gegen ein Flugverbot von Puerto Rico nach Amsterdam verloren, meldet die Wirtschaftswoche in ihrer Online-Ausgabe.

Mit dem Flug brachte Lufthansa vor allem frische Blumen aus Lateinamerika nach Amsterdam. Hintergrund: Der Lufthansa-Frachttochter LH Cargo waren diese Flüge im März 2013 vom niederländischen Verkehrsministerium verboten worden.

Offizielle Begründung: Die Lufthansa missbrauche ihre Verkehrsrechte. Sie nutze den Stopp in dem mit den USA assoziierten Puerto Rico nur zum Tanken, nehme aber keine Fracht auf, sondern wolle Ware aus Ecuador in die Niederlande bringen. Das darf sie nach den Regeln des internationalen Luftverkehrs nicht.

Dagegen führt die Lufthansa an, dass sie pro Flug bis zu 4,5 Tonnen Fracht in Puerto Rico aufnehme. Darum sei die Verbindung ein Flug zwischen den USA und den Niederlanden und damit erlaubt. Die Lufthansa verlor nun den Prozess und will in Berufung gehen.

Bei dem Streit geht es zum einen um viel Geld, vermutet man: Mit den Blumenflügen hatte Lufthansa das Fast-Monopol der niederländischen KLM beendet. Das Verbot sehen Insider als Gefallen der Regierung für den KLM-Chef Camiel Eurlings, der bis 2010 Verkehrsminister der Niederlande war, so die Wirtschaftswoche. Der Streit hat für die Lufthansa aber auch aus Prinzip eine hohe Bedeutung. Denn mit der Entscheidung werden „wesentliche Grundpfeiler des internationalen Luftverkehrs in Frage gestellt“, so das Unternehmen.

Auch, wenn von dem Flugverbot der gesamte Lufthansa-Import aus Südamerika betroffen ist, hatte das auf den Blumenmarkt und die Preise bisher keinerlei Auswirkungen, sagt Frank Zeiler, Geschäftsführer des Deutschen Blumengroß- und Importhandels (BGI).

Die Ware gelange seit März über Flüge nach Frankfurt in die Niederlande, entweder per Flugzeug oder Lkw ab Frankfurt. Was die Blumenpreise derzeit weit mehr beeinflusse, seien die intensiven Pflanzenschutzkontrollen der Importware durch deutsche Behörden.

„Während die Niederlande das EU-Recht in seiner maximalen Weite auslegen, fassen die deutschen Behörden das sehr eng.“ Daraus resultiere, dass viel Ware direkt in die Niederlande importiert werde und die Blumenpreise durch die höheren Gebühren höher ausfielen als beim Direktimport nach Deutschland. (kla)

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