Grüne Branche

Blumenvermarktung: Exporterlöse der Holländer stiegen im ersten Halbjahr 2011 geringer als erwartet

Mehr als zwei Prozent höherer Exportwert für Schnittblumen, Topf- und Gartenpflanzen, aber Rückgang des Umsatzes der Blumenversteigerungen um ein Prozent! Die jetzt vorliegenden Halbjahreszahlen 2011 – also für den Zeitraum von Januar bis einschließlich Juni – dokumentieren ein leichtes Auseinanderdriften von Veiling- und Exportumsätzen. Das Halbjahresergebnis der niederländischen Blumenversteigerungen fiel 2011 schlechter aus als 2010.

Riesige stilisierte Tulpe vor dem Blumengroßhändler-Gewerbepark bei der FloraHolland-Niederlassung Naaldwijk. Foto: Edwin Hanselmann

Zwar wurden 3,2 Prozent mehr Blumen und Pflanzen als in der ersten Hälfte des Jahres 2010 verkauft, doch sank der Durchschnittspreis um einen Cent auf 0,32 Euro. Dies führte zum Umsatzrückgang bei den Veilingen um ein Prozent.

Zugleich meldet die Hoofdbedrijfschap Agrarische Groothandel Bloemen en Planten (HBAG) für den Sektor „Schnittblumen/Topfpflanzen/Gartenpflanzen“ aber eine Zunahme der Exporterlöse um 2,3 Prozent auf 2,92 Milliarden Euro. Sowohl die Veilingen als auch die Exporteure hatten nach dem gut verlaufenden ersten Quartal durchaus mit insgesamt besseren Halbjahresergebnissen gerechnet.

Das zweite Quartal blieb aber hinter den Erwartungen zurück, wobei offenbar die im Vergleich zum vergangenen Jahr geringere Nachfrage in der Beet- und Balkonpflanzensaison ebenso eine Rolle spielte wie der deutliche Rückgang des Exports in die „Krisenländer“ Portugal (minus 22,7 Prozent auf rund 17,4 Millionen Euro) und Griechenland (minus 7,3 Prozent auf 15,5 Millionen Euro).

Die Ausfuhren in die drei anderen europäischen „Krisenländer“ sind ebenfalls mit Minuszeichen versehen: minus 3,5 Prozent auf 158,1 Millionen Euro bei den Lieferungen nach Italien, minus 3,6 Prozent auf 49,9 Millionen Euro beim Export nach Spanien und minus 4,7 Prozent bei der Ausfuhr nach Irland.
Exporte nach Deutschland


Exporte nach Deutschland
Auf Lieferungen nach Deutschland ausgerichtete niederländische Exporteure hatten ebenfalls keinen Grund, in Euphorie auszubrechen. Mit insgesamt 929,5 Millionen Euro blieb der Export von Blumen und Pflanzen nach Deutschland im ersten Halbjahr um 2,3 Prozent unter dem Wert von Januar bis Juni 2010. Damit entwickelte sich der Export nach Deutschland erheblich schlechter als der Gesamtexport.

Ungewöhnlich stark war hierbei der Rückgang nach Nordrhein-Westfalen (minus sieben Prozent auf 355,7 Millionen Euro), was aber mit der Blumenversteigerung Rhein-Maas verbunden sein dürfte. Leicht rückläufig war der Export in die meisten anderen der fünf Regionen Deutschlands, nach der die HBAG-Exportstatistik differenziert: minus 0,8 Prozent nach Süddeutschland (auf 252,9 Millionen Euro), minus 0,5 Prozent in die Region Nord/West (auf 126,6 Millionen Euro) und minus 2,9 Prozent in die Region Süd/West (auf 66,9 Millionen Euro).

Die Ausnahme bildete die Region Ost. Hier nennt die Exportstatistik eine Zunahme um acht Prozent auf 127,2 Millionen Euro. Gegliedert nach den zwei Hauptgruppen – zum einen Schnittblumen, zum anderen Topf- und Gartenpflanzen – nennt HBAG für den Export nach Deutschland bei Schnittblumen einen Rückgang um 3,2 Prozent (auf rund 527 Millionen Euro), bei Topf- und Gartenpflanzen einen Rückgang um 1,2 Prozent auf 402,5 Millionen Euro. 

 

Wachstumsmärkte im Osten
Die Erlöse aus den Lieferungen nach Deutschland machten 31,8 Prozent des gesamten niederländischen Exports von Blumen und Zierpflanzen aus. Im ersten Halbjahr 2010 hatte Deutschland einen Anteil von 33,3 Prozent. Im Gegensatz zum Rückgang bei den Exporterlösen nach Deutschland legten die Holländer bei den Lieferungen in ihre beiden anderen Hauptmärkte zu, nämlich um 5,6 Prozent (auf 392,1 Millionen Euro) ins Vereinte Königreich und um 2,6 Prozent (auf 368,2 Millionen Euro) nach Frankreich.
Die Wachstumsmärkte im ersten Halbjahr 2011 aber waren die osteuropäischen Länder, vor allem Russland (plus 28,8 Prozent), Tschechische Republik (plus 16,5 Prozent), Slowakei (plus 52,3 Prozent). Bei den Exporten nach Österreich gab es ein Plus von 6,7 Prozent (auf 88,1 Millionen Euro). Fast 98 Prozent des Gesamtwerts entfallen auf die Lieferungen in europäische Länder (einschließlich Russland). 


Umsatz der Veilingen
Was die Umsätze der Veilingen im ersten Halbjahr 2011 angeht, so gab es bei Schnittblumen eine Zunahme der Stückzahlen um 3,9 Prozent, während der gemittelte Preis um einen Cent auf 0,20 Euro sank (verglichen mit Januar bis Juni 2010). Dagegen wurden 1,2 Prozent weniger Zimmertopfpflanzen als im ersten Halbjahr 2010 angeliefert und der durchschnittliche Preis für Zimmertopfpflanzen stieg von 1,54 auf 1,57 Euro.

Bei den Beet- und Gartenpflanzen sank der Umsatz um 5,5 Prozent. Hier gingen sowohl die Stückzahlen (minus drei Prozent) als auch der Durchschnittspreis (von 90 auf 89 Cent) zurück.
Zu den wichtigsten Einzelprodukten liegen hierzu folgende Zahlen vor (Quellen: FloraHolland/Vakblad voor de Bloemisterij, Zahlen bis einschließlich der Kalenderwoche 25): Rosen großblumig = 1.131,2 Millionen Stück (zum Durchschnittspreis von 25 Cent), Spraychrysanthemen (ohne Santini) = 360,6 Millionen Stück (17 Cent), Tulpen einfachblühend = 786,3 Millionen Stück (zwölf Cent), Topfphalaenopsis = 9,7 Millionen Stück (3,59 Euro), Kalanchoe = 14,2 Millionen Stück (62 Cent), Pelargonien = 8,1 Millionen Stück (43 Cent), Violen = 14,6 Millionen Stück (24 Cent), Buxus = knapp 2,3 Millionen Stück (2,37 Euro).