Grüne Branche

Bodendecker im Portrait

Dicentra eximia

Deutscher Name: Zwerg-Herzblume

Geselligkeitsstufe: 3 – 4

Allgemeines: Die spektakulärste Art der Gattung Dicentra (Familie Fumariaceae/Erdrauchgewächse) ist zweifelsohne das Tränende Herz, die beliebte Staude der Bauerngärten. Die bodenbedeckenden Formen hingegen geben sich bescheiden, ähnlich den verwandten Gattungen Corydalis (Lerchensporn) oder den namengebenden Formen von Fumaria selbst.

Dicentra eximia (Zwerg-Herzblume)

Verbreitung: In artenreichen Berg- und Laubmischwäldern des östlichen Nordamerikas, zusammen mit Akeleien, Dreiblattlilien (Trillium-Arten) oder Schaumkerzen (Tiarella-Formen) unter Rhododendron- und Azaleenvarianten.

Eigenschaften und Anforderungen: Günstig ist lichter Schatten bis Halbschatten, Sonnenbrand-gefährdet. Sehr gute Frosthärte. Sehr trockenheitsempfindlich, bevorzugt kühle Plätze mit stets gleichmäßiger Luft- und Bodenfeuchte und durchlässige humose, saure bis schwach saure Substrate (pH-Wert 5–6). Stadtklima ungeeignet. Äußerst trittempfindlich.

Wuchs: Schwach bis mäßig wüchsig, bildet lockere bis dichte Teppiche dank kurzer Ausläufer und üppiger Aussaat. Blätter und Blütenstiele treiben büschelig unmittelbar aus den Bodenknospen aus. Mäßig hoher Deckungsgrad. Höhe 25–30 cm, Breite bis 30 cm.

Blatt: Sommergrün, weich und krautig; dreieckig ausgebreitet; farnartig eingeschnitten; matt hellgrün oder bläulich grün, im Herbst fahl gelb.

Blüte: Reichblühend an drahtartig dünnen Stielen, die sich unmittelbar über die Blattmassen erheben; undeutliche und lockere Blütentrauben mit kleinen, nickenden, rosa gefärbten, fast geschlossenen Blütenbechern. Hauptblütezeit Mai parallel zur Rhododendronblüte; blüht bis Anfang September nach.

Pflanzenmanagement: Auf verdichteten Böden faulen die Pflanzen ab, bei Trockenheit werden sie von Mehltau befallen, d.h. eine sorgsame Bodenvorbereitung ist zwingend erforderlich; unbedingt flach pflanzen. Kein Rückschnitt erforderlich.

Verwendung: Sehr gute flächige Unterpflanzung zu Rhododendron und sonstigen Ericaceen; empfehlenswert für Waldgärten, auch in Mischpflanzungen mit Farnen und Gräserformen im Halbschatten. Konkurrenzschwach, wird von starkwüchsigen Partnern unterdrückt. 7–12 Stück/m².

Sortiment: Bekannt sind rund zwei Dutzend Sorten, deren Zugehörigkeit nicht immer eindeutig ist. Meistens sind sie als Hybriden zwischen D. eximia und D. formosa (Pazifische Zwerg-Herzblume) entstanden. Diese kommt in den Feuchtkoniferen-Wäldern der Rocky Mountains vor, wächst stärker, gut deckend; Blätter grau oder blaugrün, fedrig farnartig; Blüten altrosa in Büscheln, lang anhaltend blühend von Juni bis September; sehr empfehlenswert. - ’Bachanal’: blüht matt karminrot, frischgrünes Laub, wirkt nur im lichten Schatten. - ’Langtrees’: blaugrünes, festes Laub; Blüten weißlich rosa; starkwüchsig, großflächig. - ’Luxuriant’ (Foto ): Laub frisch- bis dunkelgrün; blüht ab April, rote Blütenbecher. - ’Snowdrift’: weiße Blütenbüschel; hellgrüne, tief eingeschnittene Blätter; etwas wuchernd. - ’Stuart Boothmann’: sehr gute, stark wachsende Sorte mit silbrig blauem Laub; Blüten karminrosa.

Prof. Dr. Peter Kiermeier, Weihenstephan