Grüne Branche

Bodendecker im Portrait

Lysimachia nummularia

Deutscher Name:
Pfennigkraut, Münzkraut

Geselligkeitsstufe: 4

Allgemeines: Gelb- oder auch Gilbweiderich-Formen gehören in den Verwandtschaftskreis der Primelgewächse (Primulaceae, neuerdings Myrsinaceae).

Lysimachia nummularia (Pfennigkraut, Münzkraut)

Verbreitung: Tritt in weiten Teilen Europas bevorzugt in Bruchwäldern, Auenwiesen, an Entwässerungsgräben und in Flutrasen auf, teilweise sogar untergetaucht im Wasser wachsend. In weiten Teilen der gemäßigten Zonen verwildert.

Eigenschaften und Anforderungen: In der Sonne nur in nassen oder überfluteten Bereichen, besser im Halb- oder Vollschatten; liebt warmgemäßigte Plätze. Gute Frosthärte. Spezialisiert auf nährstoffreiche, alkalische und frische bis feuchte Lehm- oder Tonböden, siedelt sich auch auf Rohböden an. Bodenreaktion neutral bis alkalisch. Meidet Stadtklima. Mäßig trittempfindlich.

Wuchs: Invasiver und flach dem Boden angedrückter Teppichbildner. Breitet sich mit bis 50 cm langen, schnell bewurzelnden, fadenartigen Absenkern spinnwebenartig in alle Richtungen und zwischen allen Pflanzen aus. Ohne Standortkonkurrenten absolut dicht, sonst eher unstet und nicht immer ortsfest. Höhe oft nur 5 cm, selten bis 10 cm, Breite 40-50 cm.

Blatt: Winter- bis immergrün; rund, daumennagelgroß, leuchtend hell- oder frischgrün; in einer Ebene dicht dem Boden aufliegend.

Blüte: zahllose einzeln stehende, weit geöffnete, 2 Zentimeter große, schalenförmige Blütensterne unmittelbar zwischen oder auf dem Laub sitzend, intensiv gelb gefärbt, ab Mai bis August.
Pflanzenmanagement: Bei lang anhaltender Trockenheit wässern. Einmal gepflanzt lässt sich das Pfennigkraut kaum noch entfernen. Es verhält sich erfahrungsgemäß gegen Unkrautvernichtungsmittel weitgehend resistent. Aus jedem bewurzelten Triebabschnitt entstehen neue Nester und Teppiche.

Verwendung: Obwohl L.nummularia nicht kampfkräftig genug ist, sich gegen eine Spontanbegrünung durchzusetzen, siedelt sie sich im Schatten größerer Pflanzen mit besonderer Zähigkeit an. Wandert von den ihr zugewiesenen Pflanzflächen als lästiges Rasenunkraut in alle feuchten und gut gedüngten Grasflächen ein. Gut geeignet als Matten entlang Teichufern, als Vordergrundsaum zu höheren Halbschatten-Staudenpflanzungen, als bodendeckende Zwischenpflanzung oder als Miniaturschleppen auf beschatteten Mauerkronen. 7-9 Stück/m².

Sortiment: ‘Aurea’: Blätter zitronengelb getönt, die Blattfarbe prägt sich im lichten Schatten am besten aus; nicht ganz so starkwüchsig, dennoch invasiv; ca. 9-12 Stück/m².
‘Goldilocks’: hellgrünes Laub, wüchsig.
Lysimachiacongestiflora – Gedrängtblütiger Gelbweiderich: in den Monsun-Regenwäldern Südostasiens beheimatet; flächig bis polsterförmig wachsend; gelbe Blüten in Büscheln; nur für mildeste Gegenden zu empfehlen.
Lysimachianemorum – Wald-Gelbweiderich: heimische Auenwaldpflanze mit ähnlichen Ansprüchen wie das Münzkraut. Formt etwas höhere Teppiche (5-10 cm), ebenfalls mit bewurzelnden Ausläufern; Blätter zugespitzt elliptisch, einzelne, satt gelbe Blütensterne, Mai bis August. Weniger invasiv.

Prof. Dr. Peter Kiermeier, Weihenstephan