Grüne Branche

BÖLW-Ökoranking: Bayern Spitze, Schleswig-Holstein Schlusslicht

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hat erstmals die Rahmenbedingungen für den Ökologischen Landbau in den Bundesländern einer umfassenden Bewertung unterzogen. „Das Öko-Ranking zeigt deutlich, dass nicht nur beim Bund, sondern auch bei etlichen Bundesländern der politische Wille fehlt, die Chancen, die der wachsende Bio-Markt bietet, für die deutschen Landwirte nutzbar zu machen“, so BÖLW-Vorstandsvorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein. 

BÖLW-Ökoranking der Bundesländer. (Quellen: Nieberg, H., H. Kuhnert und J. Sanders (2011): Förderung des ökologischen Landbaus in Deutschland – Stand, Entwicklung und internationale Perspektive. vTI, Sonderheft 347. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage Fraktion Die Linke, Bundestags-Drucksache 17/8074. BÖLW: Zusammenstellung, Gewichtung, Auswertung.)

Spitzenreiter des Rankings laut BÖLW ist Bayern, gefolgt von Baden-Württemberg und Sachsen. Die hohe Punktzahl dieser Bundesländer ergab sich aus guten Werten in fast allen Kriterien, die der BÖLW für eine sinnvolle Förderung des Öko-Landbaus identifiziert hat. Dazu zählen etwa das verlässliche Bereitstellen ausreichender Flächenprämien für das Umstellen und Beibehalten von Öko-Landbau, den Stellenwert im Fördergefüge oder die Angebote zu Ausbildung, Beratung, Information und Vermarktung. Die Schlusslichter Brandenburg und Schleswig-Holstein fallen mit dem Aussetzen der Umstellungs- (Brandenburg) oder Umstellungs- und Beibehaltungsförderung (Schleswig-Holstein) in der Bewertung weit zurück, heißt es weiter.

Der Eigenanteil der Bundesländer an den Flächenprämien für das Umstellen oder Fortführen des Öko Landbaus beträgt in den alten Bundesländern 18 und in den neuen Ländern acht Prozent. Den Rest übernehmen Bund und EU. Der Ausstieg eines Bundeslandes aus der Umstellungsförderung sei daher völlig unverständlich, so Alexander Gerber, Geschäftsführer des BÖLW, denn „es spart dadurch jährlich nur einen minimalen Betrag in der Größenordnung von 150.000 Euro, verzichtet aber auf den sehr viel höheren Kofinanzierungsanteil von Bund und EU.“ In nahezu allen Bundesländern sind die Ausgaben je Hektar Öko-Landbau-Fläche seit 2003 gesunken, nur in Sachsen und Sachsen-Anhalt sind sie gestiegen. (bölw)