BOG fordert mehr Instrumente für Risiko- und Krisenvorsorge

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Der BOG fordert unter anderem eine Versicherung gegen Frostschäden für Obst- und Gemüsebau-Betriebe. Foto: Pixabay

Der Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG) fordert von der Agrarministerkonferenz ein breiteres Angebot an Versicherungslösungen für Extremwetterereignisse.

Förderung von Frostschutzberegnungsanlagen

Dazu zählen eine Versicherung gegen Frostschäden, eine finanzielle Unterstützung der Versicherungsprämien, die Einführung einer Risikorücklage, um die Eigenvorsorge der Betriebe zu stärken, und zur besseren Risikovorsorge die Förderung von Frostschutzberegnungsanlagen sowie von Hagelschutznetzen.

Dabei gilt es, dafür Sorge zu tragen, dass Frostschutzberegnungsanlagen bei Neuinvestitionen von der Wassereinsparung ausgenommen werden. Die Bundesländer sind aufgefordert, im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe die Förderung der Frostschutzberegnungsanlagen und der Hagelschutznetze in ihren Programmen aufzunehmen.

Stetiger Anstieg der Extremwetterereignisse

Insgesamt plädiert der BOG für eine Verbesserung des Risiko- und Krisenmanagements in der Landwirtschaft. Die Wetterextreme in 2017 unterstreichen dies eindeutig. Die Landwirtschaft und der Sonderkulturanbau stehen immer stärker unter dem Eindruck von Extremwetterereignissen.

Die Instrumente für die Risiko- und Krisenvorsorge müssen diesem stetigen Anstieg der Extremwetterereignisse konsequent angepasst und entsprechend finanziell seitens des Bundes und der Länder ausgestaltet werden. Dazu gehören auch direkte Entschädigungszahlungen von Bund und Ländern für besonders betroffene Betriebe durch den Frost 2017 insbesondere im Süden und Südwesten Deutschlands.

BMEL: Frostschäden 2017 kein nationales Ausmaß

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hingegen sieht nach wie vor kein außergewöhnliches Naturereignis nationalen Ausmaßes durch die Spätfröste im April dieses Jahres im Obstbau. Dies sei das Ergebnis der Agrarministerkonferenz Ende September in Lüneburg, so der Bundesausschuss Obst und Gemüse.

Der BOG fordert die Einstufung als ein solches Ereignis und entsprechende Finanzmittel zum Schadensausgleich für die Betriebe, die gravierende Ertragsverluste erlitten hätten.