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BOG veröffentlicht Erntebilanz

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Der Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG) hat seine Erntebilanz veröffentlicht und damit eine Bilanz gezogen, wie das Jahr 2020 erwartungsgemäß verlaufen werde.

Der BOG legte seine Erntebilanz für Obst und Gemüse vor. Foto: Andretti Brown/Pexels

Geringere Menge Obst als im Vorjahr

Laut dieser Bilanz werde bei Äpfeln eine gute Ernte erwartet und von einer Menge von rund 951.000 Tonnen ausgegangen, was dennoch vier Prozent weniger als im vergangenen Jahr bedeutet. Bei den Süßkirschen habe man durch Frost mit einer Einbuße von 25 Prozent zu rechnen. Insgesamt belaufe sich die Erntemenge auf rund 40.000 Tonnen. Die Ernte der Pflaumen und Zwetschen ist noch nicht abgeschlossen, aber auch hier berichten die Erzeuger aus den Anbauregionen im Osten und Westen von Frostschäden. Auch den Erdbeeren setzte die Witterung in diesem Jahr zu. Spätfröste und Trockenheit waren für die Kulturführung schwierig und es war seit 2003 mit 18.800 Hektar die geringste Erdbeeranbaufläche. Gegenüber dem Vorjahr wird mengenmäßig eine etwas geringere Erntemenge von rund 99.000 Tonnen erwartet.

Früherer Erntebeginn bei Gemüse

Beim Gemüse begann die Erntesaison 2020 bei fast allen Kulturen noch früher als im letzten Jahr.  Auch hier spielte die Witterung eine große Rolle, denn Stark- und Extremniederschläge haben vielen Gemüsekulturen zugesetzt. Dennoch war auch Trockenheit im Sommer eine große Herausforderung. Die Spargelsaison war durch einen sehr frühen Beginn gekennzeichnet, der aufgrund des Beginns der Corona-Pandemie vor enorme Herausforderungen gestellt wurde. Es ist von einer vorläufig geschätzten Erntemenge von 106.400 Tonnen auszugehen. Diese liege rund 14 Prozent unter dem sechs-jährigen Durchschnitt von 123.700 Tonnen. Bei Zwiebeln ist von einer Erntemenge von knapp 500.000 Tonnen, bei Möhren um die 70.000 Tonnen auszugehen. Bei Weißkohl wird eine Erntemenge von 449.000 Tonnen erwartet und bei Rotkohl 125.000 Tonnen. Insgesamt sei damit von einer guten Kohlernte auszugehen. Bei den bei Salaten (Kopfsalat, bunte Salate, Eissalat) erwarte man eine gleichmäßige, wenngleich kleinere Ernte.

Corona-Pandemie sorgte für große Herausforderungen

Die Trockenheit im Obst- und Gemüsebau führte wie auch in den vorherigen Sommern zu höheren Kosten durch die Bewässerung der Kulturen. Die Kosten belaufen sich in etwa um die 10-15 Prozent des Umsatzes. Rund 80 Prozent der Obst- und Gemüseflächen können und müssen bewässert werden. Zusätzliche Herausforderungen an die Betriebe stellte die Corona-Pandemie dar. Grenzschließungen und erschwerte Ein- und Ausreise für Saisonarbeitskräfte, sowie gestiegene Anforderungen an deren Unterbringung waren hier die Probleme. Intensive Hygienekonzepte mussten in kürzester Zeit umgesetzt werden, was zu höheren Aufwendungen geführt hat.

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