Grüne Branche

Branchen-Motorrad-Treffen: Motorengrummeln zwischen Formgehölzen

Ein wolkenverhangener Tag im Ammerland, Pfützen stehen auf den Wegen der dort ansässigen Baumschulen. Aber das sich nähernde Grollen rührt nicht vom drohenden nächsten Gewitterschauer, sondern kündet vielmehr von den 30 PS-starken Zweirädern, die sich in diesem Jahr zum Branchen-Treffen der motorradfahrenden Gärtner in Bad Zwischenahn versammelt haben. Ihr Ziel: Ein Blick in die Baumschulquartiere der regionalen Baumschulen – und zwar vom Motorrad aus. 

Oft auf schmalen, unebenen Wegen ging es durch die Baumschulquartiere.Foto: Iris Anger

So schlängeln sich 30 Bikes am letzten Wochenende im August hintereinander durch die Stell- und Containerflächen von zu Jeddeloh, Diderk Heinje und Ubbo Kruse und tuckern kilometerlang an den aufgepflanzten Großbäumen und Formgehölzen von Lorenz von Ehren, Bonk, von Falkenhayn und Bruns entlang.

So viel geballte Qualitätsware auf einen Haufen, dazu noch alles sauber, aufgeräumt und trotz Sturm akkurat aufgestellt – große Hochachtung und Stolz auf die Branche klingt in den Kommentaren der mitfahrenden Baumschuler an, als dann ein kurzer Stop den Austausch über das Gesehene ermöglicht. Denn, Motorradfahren heißt eben auch, alleine unter seinem Helm zu sein – für viele d i e Möglichkeit nach einem anstrengenden Tag einmal völlig abzuschalten.

Aber zum Abschalten sind wir nicht ins Ammerland gekommen, sondern zum Motorradfahren, zum Austausch mit den Kollegen und diesmal eben auch zu einem stark fachlichen Schwerpunkt. Ganz bewusst hatte Initiator Gerd Kruse nach Touren in die Alpen, nach Franken und Mecklenburg-Vorpommern an seine Anfänge vor sieben Jahren angeknüpft und in seine Heimatregion eingeladen.

Und so führte uns die Tour weiter entlang dem Logistikzentrum von Lorenz von Ehren, in Wiesmoor passierten wir die dortigen Baumschul- und Topfpflanzenbetriebe, die Vermarktung Nordwest-Blumen Wiesmoor und den Vermarktungsstandort der Landgard in Westerstede sowie die diversen Abbauflächen kleinerer, regionaler Torfproduzenten auf unserem Weg durchs Moor.

Der Besuch in Lohne beim Kunststoffverarbeiter Pöppelmann rundete das Programm ab.

Viel gelernt, viel gesehen und drei schöne Tage verlebt – so lautet das Resümee auch in diesem Jahr. Und wenn jemand Lust hat, auch einmal seine Motorrad-Ambitionen mit jenen fürs Grün zu vereinbaren, so sollte er sich schon einmal das letzte Wochenende im August nächsten Jahres vormerken.

Dann wird es in den Harz gehen – da lässt sich vielleicht gartenbaulich nicht ganz so viel anschauen wie in diesem Jahr, aber die Straßen, das ist sicher, sind kurviger und machen bestimmt Laune beim Motorradfahren. Die Bilder der diesjährigen Tour werden – natürlich nicht gleich sofort – unter http://motorrad.ubbo-kruse.de zu finden sein.

(Iris Anger)