Branchenteilnehmer bringen Mehrweglösung auf den Weg

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Ein Bild, wie es bald der Vergangenheit angehören könnte, Plastikpaletten, die nach Gebrauch im Müll landen. Foto: Stiftung Initiative Mehrweg

Mehrere Branchenteilnehmer haben die Gründung der Euro Plant Tray eG bekannt gegeben. Damit soll eine europäische Mehrweglösung für Pflanzentrays auf den Weg gebracht werden.

Namhafte Teilnehmer bei Projekt

Immer wieder sorgen Pflanzentransporttrays für Diskussionen. Besonders Umweltverbände und -organisationen kritisieren oftmals die einmalige Verwendung von Plastiktrays beim Pflanzentransport und fordern die Schaffung einer Mehrweglösung. Wie jetzt bekannt wurde, haben sich mehrere Branchenteilnehmer, darunter der Zentralverband Gartenbau (ZVG), der Verband des Deutschen Blumen- Groß- und Importhandels (BGI), der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB), der Verband Deutscher Gartencenter (VDG), die niederländische Vereniging van Groothandelaren in Bloemkwekerijprodukten (VGB), Sagaflor, sowie die Handelsketten Bauhaus, Hornbach und OBI für eine europäische Mehrweglösung ausgesprochen und die Gründung einer Genossenschaft, der Euro Plant Tray eG bekannt gegeben. Auch andere Branchenteilnehmer wie Dehner haben ihre Mitarbeit am Projekt bereits zugesagt.

Ökologisch und ökonomisch zukunftsfähige Lösungen

Am 23. August 2022 soll es schließlich so weit sein und die Genossenschaft die Arbeit aufnehmen und allen Mitgliedern der Grünen Branche aus Europa offenstehen. Über eine eigene Tochtergesellschaft wolle man dann die notwendigen Mehrwegtrays für einen Poolbetreiber bereitstellen. Nach etlichen Gesprächen und Workshops wurde deutlich, dass sich die Branchenvertreter für ökologisch und ökonomisch zukunftsfähige Lösungen für Pflanzentrays für die gesamte europäische Branche einsetzen wollen. Millionenfach landen Transporttrays für Pflanzen nach einer einmaligen Nutzung im Müll und stellen daher eine Belastung für die Umwelt und zudem auch ein Reputationsrisiko für die Grüne Branche dar. Als Grundlage der neuen Genossenschaft soll das Projekt Flowertray unter Federführung der SIM dienen, die notwendigen Schritte zur Umsetzung der Euro Plant Tay eG wurden kürzlich eingeführt. „Als wir vor gut einem Jahr das Projekt Flowertray gestartet haben, konnten wir noch nicht ahnen, welchen Willen es in der Branche zur Umsetzung des Klima- und Ressourcenschutzes gibt. Nun können wir feststellen, dass die führenden Vertreter der Wertschöpfungskette und die entscheidenden Vertriebspartner ihren Worten Taten folgen lassen“, zeigt sich Günter Gerland, Kuratoriumsvorsitzender der SIM begeistert vom Zuspruch.

Einigkeit unter den Projektpartnern

„Wir unterstützen das Projekt mit voller Kraft. Politische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Verantwortung der Branche können so umgesetzt werden“, sagt ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer. „Der BHB und seine Mitglieder sind sich der einmaligen Chance bewusst und treiben das Projekt einer europäischen Mehrweglösung mit hohem Engagement vorwärts, damit die Branche ein weiteres Mal Vorreiter für eine grüne Zukunft wird. Auch die Unternehmen, die bereits in individuelle Mehrwegsysteme investiert hatten, unterstützen den neuen, übergreifenden Ansatz“, erklärt Dr. Peter Wüst, Hauptgeschäftsführer des BHB. „Der BGI steht voll hinter dem Projekt und wird sich an der Umsetzung beteiligen“, bekennt sich auch Frank Zeiler, Geschäftsführer des BGI für eine Branchenlösung. „Für den VGB, dessen Mitglieder in allen europäischen Ländern verkaufen, ist es sehr wichtig, dass sich möglichst viele Partner beteiligen. Der VGB ist zuversichtlich, dass dies geschehen wird. Gemeinsam können wir einen guten und nachhaltigen Schritt machen", ergänzt VGB-Geschäftsführer Matthijs Mesken. „Die entwickelte Struktur und die Einbindung vieler europäischen Partner hat es ermöglicht die europäische Branchenlösung zu schaffen. […] Die grüne Branche ist damit Vorbild für viele andere Bereiche, in denen noch ökologisch nachteilige Insellösungen oder Einweglösungen dominieren“, so Dr. Jens Oldenburg, Geschäftsführer der Stiftung Mehrweg und Co-Moderator des Projektes.