Grüne Branche

Brand im Krematorium durch übergewichtige Leiche

In der April-Ausgabe berichteten wir vom Umbau eines Krematoriumsofens auf dem Nürnberger Westfriedhof wegen der steigenden Zahl übergewichtiger Leichen, die bei der Einäscherung in Standardöfen Probleme bereitet. Nürnberg steht mit dem Problem nicht allein da. In der Schweiz werden übergewichtige Leichen zur Kremierung nach Bern geschickt. Dort befindet sich der bisher einzige Ofen in Übergröße. Es gebe aber Überlegungen, so der Onlinedienst www.20min.ch, auch in anderen Kantonen die Krematorien „aufzurüsten“.
Ähnlich die Lage in Österreich. Im Krematorium des Zentralfriedhofes in Graz/Steiermark befindet sich seit zwei Jahren ein Ofen, der für übergewichtige Leichen ausgelegt ist. Dorthin schickt etwa die Stadt Villach/Kärnten monatlich durchschnittlich zwei Leichen, weil deren Anlage nur für Leichen bis 150 Kilogramm ausgelegt ist.

Mitte April hat es in diesem Grazer Krematorium gebrannt. Ein Ofen fing Feuer und mit ihm die Filteranlage bei der Einäscherung einer 200 Kilogramm-Leiche. Der Grazer Feuerwehr zufolge dauere das Verbrennen von übergewichtigen Leichen länger und es entstehe eine größere Hitze, die in diesem Fall zum Entzünden der Filteranlage führte. Der Lösch-Einsatz war für die Berufsfeuerwehr gefährlich, da extreme Verpuffungsgefahr bestand.

Die Verantwortlichen in Villach planen laut Online-Ausgabe der Kleinen Zeitung 2013 die Ofenöffnung ihres Krematoriums zu vergrößern und die Technik den gestiegenen Anforderungen anzupassen, eine Millionen-Investition. Wie Andreas Waldher, Geschäftsführer der Bestattung Kärnten sagte, finden dort jährlich etwa 2.500 Einäscherungen statt. jen