Grüne Branche

Brandenburg: „High-Tech-Flieger“ soll Gurkenernte revolutionieren

Eine vollmechanische Erntemaschine soll künftig die Gurkenernte im Spreewald revolutionieren. Mit dem neuen „High-Tech-Flieger“, der am 5. August auf dem Gurkenhof Frehn in Golßen offiziell vorgestellt wurde, lassen sich sowohl der hohe Personalaufwand als auch die Zahl der Pflückdurchgänge reduzieren, informiert das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft Brandenburg.

Die Erntemaschine trennt die Gurken automatisch von der Pflanze. Foto: Michael Fahrig

Der Prototyp des neuen Gurkenvollernters wurde in einem aus Mitteln des Landes Brandenburg und des EU-Agrarfonds ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes) geförderten Technologieprojekt entwickelt (siehe TASPO 46/12).

Als Basis diente ein Tomatenvollernter der Firma Pomac, dessen Aufnahmeeinheit auf die Bedingungen von Einlegegurken angepasst und auf den Anbau mit und ohne Folie spezifiziert wurde. Zudem wurden die Abtrenneinheit bezüglich Schüttelfrequenz, Spaltabständen und Sortiergüte umgerüstet und zahlreiche Versuche hinsichtlich Fahrgeschwindigkeit, Sortierung, Sorte und Ertrag sowie zur mechanischen Belastbarkeit der Gurken durchgeführt.

Das Projekt wurde von den Kooperationspartnern Gurkenhof Frehn, Biohof Schöneiche und der Obst- und Gemüseverarbeitung „Spreewaldkonserve“ Golßen GmbH in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim (ATB) von 2009 bis 2013 umgesetzt. In der nun begonnenen Erntesaison 2013 sollen die weiter optimierten Verfahren der vergangenen Jahre erfolgreich zum Einsatz kommen.

Rund 650.000 Euro wurden laut Information investiert, um die vorhandene Erntetechnik für die Bedürfnisse der Spreewaldbauern zu modifizieren. „Trotz ihres großen Erfolges müssen sich auch die Gurkenanbauer dem zunehmenden Konkurrenzdruck erwehren. Moderne Erntetechnologie verbessert ihre Marktposition“, so Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger.

Im Spreewald werden jährlich rund 40.000 Tonnen Freilandgurken verarbeitet, die auf rund 600 Hektar angebaut werden. Etwa 3.500 Arbeitskräfte kommen in dem zweitgrößten bundesdeutschen Gurkenanbaugebiet laut Information pro Saison in der Anbau- und Verarbeitungszeit zum Einsatz. (ts)