Brandenburg: Wildpflanzen zur Biogasgewinnung

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Entlang des UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe-Brandenburg wurden Wildpflanzenmischungen zur Biogasgewinnung ausgesät. Foto: Landesamt für Umwelt (LfU)

Wilde Malve, Fenchel, Rainfarn und Sonnenblumen – das sind nur einige der wild blühenden Pflanzen im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Mit weniger Arbeits- und Energieeinsatz, als bei herkömmlichen Energiepflanzen werden diese Mischungen zur Biogaserzeugung genutzt und es wird gleichzeitig die Artenvielfalt gefördert.

Mehrjährige Wildpflanzenmischungen reduzieren Arbeitsaufwand

In einem Projekt von Prignitzer Landwirten, dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL), dem Förderverein und der Verwaltung des Biosphärenreservates wurden Wildpflanzenmischungen bestehend aus bis zu 25 Pflanzenarten auf Flächen in der Prignitz angebaut. Sie wurden im Frühjahr gesät und sind mehrjährig. Im Spätsommer wird geerntet, gehäckselt und siliert, so dass sie zur Biogasgewinnung eingesetzt werden können. Bis zu fünf Jahre ist die Nutzung der Pflanzenmischung möglich. Da wenig Bodenbearbeitung und keine Neueinsaat nötig sind, fällt weniger Arbeit für den Landwirt an. Für Tiere wie Vögel und kleinere Säugetierarten bieten die Mischungen zudem Deckung und Nahrung. Für Insekten verbessert sich durch die blühenden Pflanzen das Nahrungsangebot.

Abschwächung von Auswirkungen intensiver Anbausystemen

Die Auswirkungen von intensiv betriebenen Anbausystemen auf Artenvielfalt und Boden können demnach durch Wildpflanzenmischungen abgeschwächt werden. Die Ergebnisse des wissenschaftlich begleiteten Projektes sollen letztendlich auch zeigen, dass Naturschutz und eine wirtschaftliche Produktion auf ertragsarmen Flächen für die Biogasproduktion gleichzeitig möglich sind.

Projekt wird vom Land Brandenburg gefördert

Das Projekt werde vom Land Brandenburg im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum in Brandenburg und Berlin gefördert. Vorgesehen sei es, dass in diesem Jahr in der Prignitz circa zehn Hektar Wildpflanzen für die Biogaserzeugung angebaut werden. Prignitzer Landwirtschaftsbetriebe leisten mit dem Projekt zudem einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, in denen insgesamt 17 Ziele zur Sicherung der Lebensgrundlagen der Menschheit festgehalten sind. So fördert das Projekt die Ziele einer bezahlbaren, verlässlichen, nachhaltigen und modernen Energieversorgung. Der Beitrag des Projektes zum Schutz von Landökosystemen erfolgt durch eine nachhaltige Nutzung, die der Bodendegradation entgegenwirkt und die biologische Vielfalt fördert. Vor Ort geschieht das konkret durch Humusbildung und eine deutlich geringere Bodenerosion bei der Bewirtschaftung ertragsschwacher Standorte zur Biogaserzeugung mit Wildblumen.