Grüne Branche

Bremen: eigener Friedhof für Werder-Fans?

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Fan-Treue über den Tod hinaus: Wenn es nach den Bremer Grünen geht, könnten Anhänger des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen künftig in direkter Nachbarschaft zum Weserstadion ihre letzte Ruhe finden – auf einem eigenen Werder-Friedhof.

Im Umfeld des Weserstadions könnte es in Zukunft einen eigenen Friedhof für Fans von Werder Bremen geben. Foto: Werder Bremen/Heidmann

Ausstreufläche für Asche von Werder-Fans gesucht

Wie unter anderem der Weser-Kurier berichtet, hatte sich die Bremer Grünen-Fraktion mit der Frage beschäftigt, welcher öffentliche Platz als Ausstreufläche für die Asche Verstorbener eignen könnte. In Bremen ist die Ascheverstreuung  mit Inkrafttreten des neuen Bestattungsgesetzes seit Beginn dieses Jahres rechtlich möglich.

„Wir haben an eine Fläche im Bürgerpark gedacht, ehe sich Fußballfans aus unseren Reihen meldeten“, wird die Fraktionsvorsitzende Maike Schaefer im Weser-Kurier zitiert. Geliebäugelt wird demnach mit einem Platz in direkter Nachbarschaft des Weserstadions, der „Heimat“ des Bundesligisten Werder Bremen.

Erste Gespräche mit Werder Bremen gelaufen

In der engeren Auswahl ist dem Bericht zufolge insbesondere die Pauliner Marsch – der Bereich rund um das Weserstadion steht wegen eines neuen Hochwasserschutzkonzeptes ohnehin zur Überplanung an. In diesem Zuge sollen auch neue, parkähnliche Flächen geschaffen werden, schreibt der Weser-Kurier. Die Größe des gesamten Areals würde einen Werder-Friedhof laut Schaefer erlauben. Erste Gespräche mit Werder Bremen habe es dem Bericht zufolge bereits gegeben.

Der Verein selbst hält sich zu diesem Thema allerdings noch bedeckt. Laut Weser-Kurier habe Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald zwar bestätigt, dass es die „Idee einer Ausstreufläche“ gebe und darüber nachgedacht werden könnte. Werder werde dies jedoch nicht forcieren. Allerdings: „Wenn aus den politischen Gremien ein Dialog gewünscht wird, werden wir uns konstruktiv daran beteiligen“, wird Hess-Grunewald zitiert.

Vorreiter in Sachen eigener Fan-Grabstätten sind die Bundesliga-Vereine Hamburger SV und FC Schalke 04. Für Anhänger der beiden Clubs gibt es jeweils Grabstätten in Stadionform, die auf regulären Friedhöfen angelegt sind. In Bremen jedoch soll lediglich das Ausstreuen von Asche auf dem Rasen ermöglicht werden – eine Erdbestattung in grün-weißen Särgen steht (bislang) nicht zur Debatte.