Grüne Branche

Britische Salatgurken kurz vorm „Aussterben“?

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Britische Salatgurken könnten bald komplett vom Markt verschwinden. Weil als Folge der „Preisschlacht“ zwischen den großen Supermarkt-Ketten des Landes und den Billiganbietern Aldi und Lidl die Gurkenpreise immer weiter sinken, bauen immer weniger Farmer das grüne Kürbisgewächs an. Auch die weitaus günstigeren Import-Gurken aus den Niederlanden machen den britischen Gurkenproduzenten das Leben schwer.

In Großbritannien bald Mangelware: Gurken aus heimischem Anbau. Foto: PackShot/Fotolia

Anbau von Cannabis lukrativer als Gurken

Wie der Independent berichtet, ist die Gurkenanbaufläche in Großbritannien inzwischen auf unter 100 Hektar gesunken. Viele Produzenten hätten demnach ihren Betrieb – zum Teil auch altershalber – aufgegeben oder sich dem Anbau lukrativerer Pflanzen zugewandt. So habe beispielsweise ein Produzent von Gurken zum Anbau von medizinischem Cannabis gewechselt.

„Keiner der Beteiligten in der Kette unternimmt etwas, um Produktion und Verkauf von Gurken zu stärken. Doch wenn die Erlöse nicht steigen, wird die britische Gurkenindustrie aussterben“, wird der Verband der Gurkenanbauer (Cucumber Growers Association, CGA) im Independent zitiert.

Gewinnspanne für Salatgurken sehr gering

Der CGA zufolge erhalten Gurkenproduzenten aktuell 28 Pence pro Stück (ungefähr 0,39 Euro) und damit im Schnitt rund sechs Pence weniger als noch vor fünf Jahren. Bei Produktionskosten von etwa 20 Pence pro Gurke fällt die Gewinnspanne für die Gurkenanbauer entsprechend gering aus. Etwas günstiger ist die Bilanz lediglich im Sommer, wenn die Produktionskosten auf durchschnittlich 16 Pence pro Gurke sinken.

Als Ursache für den Preisverfall wird unter anderem der Preiskampf zwischen den großen Supermarkt-Ketten und Discountern angeführt. So habe etwa Tesco im vergangenen Jahr seine Endverkaufspreise von 65 Pence auf 49 Pence gesenkt. Bei Aldi und Lidl wurden Salatgurken in der vergangenen Woche sogar für 39 beziehungsweise 29 Pence verkauft.