Grüne Branche

Buchsbäume: krank durch nassen Sommer

Der gewöhnliche Buchsbaum, Buxus sempervirens, mag Schatten wie auch Sonne und wünscht sich regelmäßig Wasser. Dieser Sommer lieferte vom Wasser allerdings zu viel. Saugt sich der Boden voll und bleibt der Buchsbaum mit „seinen Füßen“ im Wasser stehen, freut sich der Schadpilz Phytophthora nicotianae, der Erreger der Stängelgrund- und Wurzelfäule. Der Wurzelhals verbräunt, die Wurzeln selbst werden schwarz und faulig. 

Ist die Luftfeuchtigkeit lange Zeit hoch und regnet es dauerhaft, können sich weitere Pilzkrankheiten einstellen. Bei gleichzeitigen Temperaturen über 20 Grad Celsius häuft sich die Krankheit Buchsbaumsterben, Cylindrocladium buxicola, bei der die Triebe erst längliche, schwarze Strichelungen bekommen und sich später fast schwarz verfärben. Die jungen Blätter bekommen runde, hellbraune bis orangebraune Flecken mit dunkelbraunem Rand. Auf der Blattunterseite wird es dagegen weiß, wenn sich die Sporen der Pilze bilden. Die Blätter vertrocknen und fallen sehr schnell ab.

Der andere Schadpilz freut sich über kühlere Sommer, der Buchsbaumkrebs, Volutella buxi. Er verursacht das Absterben ganzer Triebe und zeigt auf den Blattunterseiten rosaorangefarbene Sporenflächen. Dabei verbleiben die Blätter länger an den Trieben als beim Feucht-Wetter-Freund Cylindrocladium.

Erste Hilfe besteht darin, kranken Pflanzen die befallenen Triebe abzuschneiden und die abgefallenen Blätter einzusammeln. Auch die oberste Erdschicht sollte entfernt werden. Bei stark erkrankten Pflanzen hilft nur noch die Entsorgung der gesamten Pflanze – jedoch nicht (!) auf den Komposthaufen.

Vorbeugend sollten Buchsbäume einen Standort mit genügend Luftbewegung erhalten, damit die Blätter nach Regen schnell abtrocknen können. Auch der Abfluss des Wassers muss gewährleistet sein. (bgl)