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Buchtipp: Wie rund um die Welt gestorben und getrauert wird

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Caitlin Doughty heuerte nach ihrem Studium der mittelalterlichen Geschichte bei einem Krematorium an und führt heute in Los Angeles ein Bestattungsinstitut. Nach ihrem Buch „Fragen Sie Ihren Bestatter. Lektionen aus dem Krematorium“ (2016), in dem sie in teils komischen, teils bizarren Szenen über ihre Arbeit schreibt, nimmt Doughty in ihrem Bestseller „Wo die Toten tanzen“ den Leser mit auf eine Reise.

Von Indonesien nach Spanien, und von Japan bis nach Bolivien führt Caitlin Doughtys Reise in ihrem New York Times-Bestseller „Wo die Toten tanzen“. Cover: Malik/Piper Verlag

Menschen sollen sich wieder stärker mit „ihren“ Toten konfrontieren

Caitlin Doughty, geboren 1984, gilt in den USA als „Champion der alternativen Bestattungsindustrie“ (Independent). Ihre YouTube-Serie „Ask a Mortician“ hat Fans auf der ganzen Welt. Mit dem von ihr gegründeten „Order of the Good Death“ setzt sie sich dafür ein, die Menschen wieder stärker mit „ihren“ Toten zu konfrontieren.

Nach ihrem Buch „Fragen Sie Ihren Bestatter. Lektionen aus dem Krematorium“ (2016) nimmt Caitlin Doughty in ihrem neusten New York Times-Bestseller „Wo die Toten tanzen“ den Leser mit auf eine Reise. Sie zieht es hinaus in die Welt, um zu erkunden, was wir von anderen Kulturen über Tod und Trauer lernen können.

Wie wird in anderen Kulturen mit dem Tod umgegangen?

So besucht sie in Indonesien einen Mann, der mit dem mumifizierten Körper seines Großvaters zusammenlebt. Verfolgt in Japan eine Zeremonie, bei der Angehörige die Knochen des Verstorbenen mit Stäbchen aus der Verbrennungsasche lesen. Geht in Mexiko dem „Tag der Toten“ auf den Grund und schaut in Barcelona auf spanische Tote hinter Glas.

„Ich wollte mit eigenen Augen sehen, wie in anderen Kulturen mit dem Tod umgegangen wird, weil ich glaubte, zeigen zu können, dass es keine reglementierte Art gibt, mit dem Tod zu ‚verfahren‘ oder ihn zu verstehen“, erklärt sie und fordert: Die Akzeptanz des Todes ist Aufgabe aller, die professionell mit dem Tod zu tun haben – Bestatter, Friedhofsmitarbeiter, Krankenhauspersonal. Diejenigen müssten physische und emotionale Umfelder schaffen, in denen ein sicherer, offener Umgang mit dem Tod und den Toten möglich sei. Räume schaffen aber auch Rituale. „Sie entstehen nur durch unser Engagement“.

Doughtys Buch regt zum Nachdenken und Lachen an

Ein gelungenes Plädoyer, um dem Tod mit Würde zu begegnen – ein gelungenes Buch, das zum Nachdenken anregt, den Leser aber auch an einigen Stellen zum Lachen bringt.

„Wo die Toten tanzen“, von Caitlin Doughty, Malik/Piper Verlag, 2019, 256 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, 20 Euro, ISBN 978–3–89029–506–0.