BUGA 2023: Stauden inmitten von Beton

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Wo früher Militärfahrzeuge fuhren, werden zur BUGA 2023 Stauden blühen. Foto: Jaugstetter

Im nächsten Jahr steht die Bundesgartenschau (BUGA) in Mannheim auf dem Programm. Die Arbeiten für die Gartenschau laufen bereits auf Hochtouren. Ein zukunftsweisendes Pflanzkonzept auf dem ehemaligen Militärgelände Spinelli hat Landschaftsarchitektin Bettina Jaugstetter dafür entwickelt.

Beton aufbrechen und bepflanzen

2023 wird die BUGA in Mannheim für 178 Tage vom 14. April bis 8. Oktober das ehemalige militärische Kasernengelände Spinelli in floralem Glanz erscheinen lassen. Ursprünglich wurde das Gelände, welches vor Beton nur so strotzt, von der deutschen Wehrmacht als Pionierkaserne genutzt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges diente es den US-amerikanischen Besatzungstruppen als Lager und erstreckt sich vom Aubuckel bis zum Mannheimer Stadtteil Käfertal. Die Pläne der BUGA sehen einen Rückbau des Betongeländes vor, doch auch einige vorhandene infrastrukturelle Gegebenheiten sollen auch erhalten bleiben. So hat die Landschaftsarchitektin Bettina Jaugstetter jetzt ein zukunftsweisendes Pflanzkonzept erstellt, welches den Erhalt einiger vorhandenen Straßen vorsieht. Hier soll der Beton in der Mitte aufgebrochen werden, um dort Pflanzungen zu ermöglichen. Diese sollen dann auch nach der Bundesgartenschau bestehen bleiben.

Besondere Ansprüche an Pflanzenauswahl

Demnach stellt die bloße Umgebung auf Spinelle bereits besondere Ansprüche an die Pflanzen. Jaugstetter habe daher stressresistente, tolerantere und trockenheitsverträgliche Wildstauden wie Wermutarten, Schafgarbe und verschieden Wolfsmilcharten für die Bepflanzung ausgewählt. Doch nicht nur die Robustheit der Pflanzen spielte bei der Auswahl für die Landschaftsarchitektin eine Rolle, auch die Insektenfreundlichkeit sei ein ausschlaggebendes Kriterium gewesen. Hier sollen Wildbienen und Co. ein breites Nahrungsangebot finden, weshalb zusätzlich bestäuberfreundliche Doldenblütler, Salbeiarten oder Korbblütler Verwendung finden.

435 Meter Wege mit 3730 Stauden versehen

Die Länge der zu bepflanzenden Wege beträgt insgesamt 435 Meter, auf denen rund 3750 Stauden eingesetzt werden sollen. Dabei hat Jaugstetter drei Farbkonzepte entwickelt, die je nach Weg rosa, blau oder gelb sind. Gepflanzt wurde dabei im Mischpflanzungsprinzip, doch auch auf bestimmte Akzente durch gezielte Gruppierung und Benachbarung sowie gestaffelte Höhen wurde geachtet. Im gelben Band bilden Königskerzen vertikale Elemente und werden durch Schafgarbe, Bart-Iris, Katzenminze und Astern ergänzt.