Grüne Branche

BUGA: „Dahlien trotzen mit ihren Farben dem tristen Herbst“

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Etwa 20 Dahlien im väterlichen Schrebergarten legten 1990 den Grundstein: Fasziniert von Blumen und Pflanzen, begann Peter Haslhofer eine Ausbildung zum Gärtner und gründete seinen eigenen Betrieb. Inzwischen produziert der Inhaber von Peter‘s Gärtnerei im oberösterreichischen Micheldorf tausende Dahlien. Im Interview verrät der Züchter, der aktuell auf der Bundesgartenschau (BUGA) ausstellt, wie er zu den Korbblütlern gekommen ist.

Dahlien-Züchter aus Leidenschaft und regelmäßige Teilnehmer an Bundesgartenschauen: Peter Haslhofer und seine Lebensgefährtin Theresia Dietl. Foto: privat

Was macht ein Österreicher auf der BUGA?

Wir sind schon seit 2003 in Rostock dabei. 2005 haben wir unsere erste Dahlie in München getauft und seitdem haben wir bei jeder BUGA eine Große Goldmedaille gemacht. Dass es dieses Jahr sogar zwei sind, kann ich noch gar nicht glauben. In Deutschland gab es dieses Jahr wenige Dahlien, weil es so trocken war, deswegen wurden wir wieder angefragt und wir konnten liefern.

Wie läuft das denn mit der Logistik?

Früher haben wir noch selber geliefert und gesteckt, aber dieses Mal wurden die Blumen abgeholt. Wir haben Dienstag geschnitten wie die Blöden, gut 7.500 Dahlien, damit sie Mittwochmorgen von der BUGA abtransportiert werden konnten. Aber unsere Felder stehen derzeit in so einer Pracht, dass wir sogar 30.000 hätten schneiden können.

Warum machen Sie überhaupt mit?

Ich bin ja selbst Züchter und auf diese Weise werden die Sorten einer breiten Masse bekannt gemacht. Viele Gärtnerei-Betriebe schauen sich die Schauen an, da steigt der Bekanntheitsgrad. Aber es geht mir auch um die Besucher, von denen ja viele wirklich wegen der Blumen auf eine BUGA gehen. Gerade bei Dahlien ist das eine richtig große Menge, die kann einen ganzen Raum füllen. Die Besucher sind begeistert. Gerade wenn es in den Herbst geht und es draußen schon mal trist wird, trotzen die Dahlien mit ihren Farben dem Wetter und man ist gleich besser drauf.

Wie sind Sie denn auf die Dahlie gekommen?

Ich habe Gärtner gelernt. Die Dahlie wurde zu einer meiner Lieblingsblumen, weil sie in einer Farben- und Formenvielfalt blüht wie keine andere. Die Blüten reichen von fünf Zentimetern bei den Pompondahlien bis zu dreißig Zentimetern bei den Riesenblumigen, das hat man sonst nirgends. Es gibt nicht viele Züchter und Gärtner, die sich damit beschäftigen, denn es macht schon viel Arbeit, sie so auszubrechen, dass man eine große Blüte bekommt. Die meisten Gärtner sind ja eher zu Händlern geworden, es gibt wenige, die auch noch selbst produzieren. Deswegen sind wir auch stolz, dass wir teilnehmen durften.

Was bedeuten Ihnen die Auszeichnungen des Preisgerichts?

Es ist schon schön, wenn man weiß, man ist international wettbewerbsfähig, da bin ich auch stolz drauf. Die Große Goldmedaille ist die größte Auszeichnung, die man im Gartenbau bekommen kann, das bedeutet schon was und bestätigt mir, dass ich mit meiner Zucht richtig liege. Wir versuchen ja immer weiter die Haltbarkeit der Dahlien zu verbessern, vor allem die Stabilität bei Regen, dass sie gesund im Laub stehen und reich blühen, gut zu überwintern sind und gute Knollen machen.