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BUGA: „Ich selbst bin gar kein großer Fuchsien-Freak“

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Seine „exzellente Fuchsien-Darbietung in ausgesprochen guter Qualität“ brachte Bernhard Graf auf der Bundesgartenschau (BUGA) Großes Gold. Dabei hatte der Inhaber von Graf Gärtnerei Floristik in Loßburg die Fuchsien in den vergangenen Jahren aufgrund sinkender Rentabilität fast schon aufgegeben. Warum er sich für die BUGA dann dennoch „richtig ins Zeug gelegt“ hat, verrät er im Interview.

Zweimal Großes Gold gab es für Bernhard Graf in Heilbronn – für seine Fuchsien und für sein Mühlenbeckia-Sortiment, dass der Gärtner ebenfalls zur BUGA mitgebracht hatte. Foto: DBG

Zwei Große Goldmedaillen bei Ihrer ersten Teilnahme an einer Bundesgartenschau – hatten Sie das erwartet?

Wir sind ein kleiner Familienbetrieb, und dass wir hier als kleiner Betrieb vom Land bei der BUGA so abräumen, das hätte einem keiner geglaubt.

Wie kam es denn überhaupt, dass Sie mitgemacht haben?

Vor zwei Jahren waren meine Frau und ich im Urlaub im Wendland und haben einen Tagesausflug zur IGA nach Berlin unternommen. Als wir so durch die Fuchsien-Ausstellung gelaufen sind, war das so beeindruckend, dass ich zu meiner Frau gesagt habe, dass ich meine Fuchsien von der Qualität her auch dazu stellen könnte.

Von meiner Zeit auf der Meisterschule in Kassel 1988/89 wusste ich, dass es eine Deutsche Fuchsien-Gesellschaft gibt. Also habe ich einfach mal angefragt, ob es denn möglich wäre, in Heilbronn dabei zu sein. Der zweite Vorsitzende Karl-Heinz Sack, der schon jahrelang die Schauen betreut, hat mir dann unbewurzelte Stecklinge geschickt. Er ist quasi schuld daran, dass ich hier bin.

Und dann haben Sie sich so nebenher darum gekümmert?

Wir haben die Pflanzen seit dem Frühjahr 2018 für die BUGA aufgebaut. Ich mochte Fuchsien schon als junger Gärtner gern, sie haben mir immer Spaß gemacht. Allerdings haben sie sich in den letzten Jahren finanziell nicht mehr so rentiert, deswegen spielten sie bei mir auch in der Kultivierung keine große Rolle mehr. Für die BUGA haben wir uns dann richtig ins Zeug gelegt, auch geschaut, was wir an besonderen Wuchsformen hinbekommen.

Gibt es denn bei den Fuchsien auch Trends?

Ich selbst bin ja gar nicht so der große Fuchsien-Freak (lacht). Aber ein Kollege von mir aus Tübingen, den ich überreden wollte, mitzumachen, meinte, es gebe immer einen Zwanzig-Jahres-Rhythmus im Auf und Ab. Jetzt waren wir ganz unten, deswegen geht es nun wieder aufwärts.