Grüne Branche

Buga: Sommerbepflanzte Grabausstellung

Sommerbepflanzung der Buga-Gräber: Ein Blick auf die fünf besten und daher mit Großen Goldmedaillen prämierten Gestaltungen.

Schiffsbug als Denkmal, das Wasser mit Ageratum dargestellt, links davon die Uferlandschaft: Großes Gold für die Gestaltung von Ellinger/Haag.Foto: eh

Die Fahrt des Lebens geht zu Ende! Wie sich dieses unumgängliche Ereignis in Form einer besonderen Grabgestaltung umsetzen lässt, darüber haben die Verantwortlichen von Blumen Ellinger und der Gärtnerei Haag (Inhaber: Norbert und Sabine Walz) nachgedacht. Der von der Ausstellergemeinschaft aus Stuttgart gestaltete Beitrag zählte zu den fünf Gräbern, die Anfang Juni bei der Sommerbewertung auf der Bundesgartenschau 2011 Koblenz mit der Großen Goldmedaille ausgezeichnet wurden.

Das aus gelblichem Jura-Kalkstein entstandene Grabmal in Form eines Schiffsbugs (Steinmetz: Breier & Mack, Stuttgart) symbolisiert auf diesem zweistelligen Grab ein gestrandetes Boot. Die Bepflanzung stellt eine Uferlandschaft dar, überragt von einer Hängebirke. Gräser, Farne, Holzstücke und einige blühende Pflanzen – bei der Sommerpflanzung sind es vor allem Lavendel – wurden lose auf dem mit Sagina-Moos gestalteten Bodendeckerareal verteilt. Eine Art Sandweg trennt diesen Bereich von der das Wasser darstellenden, mit blau blühenden Ageratum gestalteten Fläche.

Orchideen und Kakteen

Außer an die Arbeitsgemeinschaft Ellinger/Haag gingen Große Goldmedaillen für die Sommerbepflanzung an:

Blumen Schupp aus Neustadt/Weinstraße (Urnengrab)

Friedhofsgärtnerei Freuken aus Duisburg (einstelliges Grab)

Friedhofsgärtnerei Seppelfricke aus Gelsenkirchen (zweistelliges Grab)

Friedhofsgärtnerei Timme aus Bonn (dreistelliges Grab)

Klein aber oho! Das geschwungene bunte Beet ist ein Kennzeichen des von Blumen Schupp gestalteten und mit Großem Gold prämierten besten Urnengrabes. Das bunte Beet trennt die beiden hier verwendeten Bodendeckerarten Antennaria dioica und Saxifraga crustata. Blickfang in dem Beet sind die Frauenschuh-Orchideen. Kombiniert wurden sie mit Topfnelken, Steinnelken, Gaura und gelben Lantanen. Ein Besonderheit bei diesem Urnengrab ist auch das am Grabmal angeordnete extra Sukkulenten/Kakteenbeet mit Opuntia imbricata sowie Opuntia fragilis ‘Freiberg’.

Die Stacheln der Kakteen – so die Überlegung Schupps – symbolisieren den Schmerz beim Abschied, somit den Übergang vom Leben in den Tod. Der rechts neben dem Grabmal angeordnete Wacholder stehe für die Kraft des Lebens. Gewollt uneben gestaltete Flächen deuten auf die Höhen und Tiefen des Lebens. Das Urnengrab Schupps befindet sich in der Ellipse mit dem Thema „Außergewöhnliche Pflanzen und Pflanzenkombinationen“.

Bunte „Lebenslinie”

Eines der Gräber in der Ellipse mit dem Thema „Lebenslinien” ist das von Manfred Freuken gestaltete einstellige Wahlgrab, das mit der Großen Goldmedaille gewürdigt wurde.

Wie ein Flusslauf schlängelt sich das bunte Blumenbeet durch die ruhige, mit Cotoneaster dammeri ‘Frieders Evergreen’ gestaltete grüne Bodendeckerfläche. Kalanchoe in diversen Farben, dazu buntblättrige Pflanzen wie Hypoestes und Tradescantia sorgen fürs bunte Sommerblumenbeet-Kaleidoskop.

 


Kannenpflanze und Palmen

Wie das Urnengrab von Schupp, so zählt auch die als bestes zweistelliges Grab gewürdigte Anlage von Thomas Seppelfricke zur Ellipse „Außergewöhnliche Pflanzen und Pflanzenkombinationen“.

Zumindest aus friedhofsgärtnerischer Sicht ist die beim Sommerbeet auf diesem Grab erfolgte Verwendung von Nepenthes (Kannenpflanze) eine Besonderheit. Eingefügt in Sphagnum und Wassertrog, erhalten die Nepenthes die nötige Feuchtigkeit. Dass sie von sukkulenten Pflanzen – vor allem Kalanchoe, Sedum, Agave – umgeben sind, ist daher aus dem Blickwinkel der Pflanzenverwendung durchaus in Ordnung.

Auch der auf diesem Grab verwendete Bodendecker kommt bei Grabbepflanzungen bisher eher selten vor: Podocarpus lawrencei, die Neuseeländische Steineibe. Mit Palmen, Baumfarn und Palmfarnen wollte Seppelfricke generell erreichen, dass das Grab an Reisen in südliche Länder erinnert. Die Palmen sollen auch als Zeichen für Frieden und Auferstehung stehen.

60 Prozent der Bewertung bei der Sommerbepflanzung basieren auf saisonalen Aspekten, vor allem also der Gestaltung des Wechselblumenbeetes. Wie sich das Grab insgesamt entwickelte – bezogen auf Bodendecker und Solitärs – macht die restlichen 40 Prozent aus. Mehr dazu in der TASPO Ausgabe 25. (eh)