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BUGA: „Vielen fehlt die Identifikation mit Gartenschauen“

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Rhododendron und Hortensien standen im Mittelpunkt der zweiten BUGA-Hallenschau in Erfurt, zu den Ausstellern gehörte unter anderem die Baumschule Bruns. Im Interview mit der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft schildert der Geschäftsführende Gesellschafter Jan-Dieter Bruns die Herausforderungen einer solchen Ausstellung, was Gartenbau-Betriebe von einer Teilnahme haben und warum viele dennoch nicht mitmachen.

„Es ist für jede Baumschule interessant, in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden“, sagt Jan-Dieter Bruns, Geschäftsführender Gesellschafter der gleichnamigen Baumschule in Bad Zwischenahn. Foto: Bruns

Herr Bruns, Sie haben in der zweiten BUGA-Hallenschau eine Große Goldmedaille für ansprechende Gehölze und Rhododendron in sehr guter Qualität erhalten. Was bedeutet es für Sie, dabei zu sein?

Wir machen es aus Tradition. Wir waren von Anfang an bei den Bundesgartenschauen (BUGA) dabei und haben immer einen interessanten Beitrag geschaltet. Ich erinnere mich noch, dass ich schon als Kind die Blüten gezupft habe, damit die Pflanzen gut aussehen. Später war ich als junger Gärtner in den 1970er Jahren dabei. Da ist Herzblut drin! Meine Söhne kommen auch schon mit und wachsen da rein.

Was sind die Herausforderungen?

Das Schwierige ist das Treiben der Pflanzen, dass sie genau zu der Zeit, zu der sie top sein sollen – in diesem Fall Mitte April – auch wirklich knospig geliefert werden. Das ist eine große Herausforderung. Wir haben in diesem Fall die ‘Cunningham‘s Whiteʼ – die weißblühenden, großen Solitärpflanzen – einmal komplett ausgetauscht, weil sie durch eine Wärmeperiode zu schnell gekommen sind. Damit sie hier in Erfurt genau knospig auf den Punkt geliefert wurden.

Ist das schwierig für kleinere, jüngere Betriebe?  

Ich denke, was vielen Betrieben fehlt, ist die Identifikation mit den Gartenschauen, mit diesen Ausstellungen. Es ist ja auch ein Aufwand. Im April ist Hochsaison, da haben alle viel zu tun, insofern kommt eine Ausstellung on top. Das muss sich lohnen, nicht nur für die eigene Ehre, auch in der Wertschätzung und wirtschaftlich. Vielleicht könnte die Ehrung mehr hervorgehoben werden, dass die Prämierten präsenter und im Kundenkreis besser wahrgenommen werden. Dann würden vielleicht auch mehr Firmen mitmachen.  

Was hat ein Betrieb davon, bei einer Bundesgartenschau mitzumachen?

Für uns als Aussteller ist es immer eine gute Werbung. Wir haben uns immer begleiten lassen, der Grundaufbau wurde von der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft organisiert und wir haben immer einen Standarchitekten ausgesucht. Es ist für jede Baumschule interessant, wahrgenommen zu werden in der Öffentlichkeit. Sich mit einem Beitrag zu präsentieren. Wenn man es gut verwertet und publik macht.

Wie nutzen Sie Ihren Erfolg beim Wettbewerb?

Wir stellen das auf unsere Internetseite und auf unseren Facebook-Account: „Wir haben bei der Bundesgartenschau in Thüringen eine Medaille bekommen“. Und drucken es natürlich im Katalog.

Würde mehr Wettbewerb auch höhere Qualität bei den Pflanzen bedeuten, oder ist die schon nicht mehr zu toppen?

Bei der Bundesgartenschau zeigt man generell das höchste Niveau, das man in Deutschland erreichen kann. Es sollte also auch alles auf dem höchsten Niveau sein. Das sieht man aber leider nicht immer. Aber die meisten versuchen es schon und machen es ordentlich!

Brauchen Aussteller ein großes Sortiment?

Sie brauchen einen Mix, der aber auch gut präsentiert werden muss. Wir nehmen immer auch einen Landschaftsplaner und Standarchitekten dazu, der ein gutes Arrangement macht. In Erfurt ist die Halle sehr schön, ich war sehr zufrieden. Es ist schade, dass es nicht so viel Publikum zu sehen bekam. Aber wir zeigen es über Bilder.

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