Grüne Branche

BUGA: „Zur Zukunft gehören Pflanzen und ganz viel Grün“

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Herzen, wohin das Auge blickt und ein Meer von Farben bestimmen die aktuelle BUGA Hallenschau „Feel the (Heart) Beat“. Verantwortlich für deren Gestaltung sind Thomas Gröner und sein Team von Flora Nova. Im Interview spricht der Besigheimer Florist und Gartengestalter über seine Vision, was das Herz als verbindendes Element seiner Schau bedeutet und weshalb sich gerade junge Menschen auf der BUGA umschauen sollten.

Thomas Gröner (l.) und sein Flora Nova-Team erhielten für die Gestaltung der BUGA Hallenschau und das außergewöhnliche Pflanzensortiment zwei Große Goldmedaillen der DBG, die ihnen von (v. r.) Rüdiger Eckhardt, Ausstellungsbevollmächtigter der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft, und ZVG-Vizepräsident Hartmut Weimann überreicht wurden. Foto: DBG

Herr Gröner, Ihre Hallenschau ist eine wahre Farbexplosion – wieso war Ihnen das wichtig?

Das Farbenfrohe ist für uns eine Art der Vitalität. Kunst, Humor, Musik – wir wollten das gesamte Spektrum abbilden. Das gilt auch für die Gestaltung, da schlage ich einen Bogen von naturnah bis experimentell. Obst und Gemüse, Regionales und Exotisches, Gehölze, Stauden und Blüten – ich wollte alles zeigen, was die Natur zu bieten hat.

Hinter dem Thema „Feel the (heart) beat“ steckt junge Clubatmosphäre. Wollen Sie damit auch die Jugend erreichen?

Die ganze Inszenierung geht natürlich sehr ins Moderne mit Bars, Lounges, LEDs, sogar einem abgewandelten DJ. Ich finde, wenn die Jugend schon unter dem Motto „Fridays for Future“ demonstriert, dann sollte sie sich hier mal umschauen. Zur Zukunft gehören in meinen Augen vor allem Pflanzen und ganz viel Grün. Ich wünsche mir, dass wir den Dialog mit den Pflanzen suchen und eine friedliche Koexistenz hinbekommen.

Das verbindende Element in Ihrer Hallenschau ist das Herz.

Sie finden hier hunderte verschiedene Herzen, jeder Bereich ist dem zugeordnet. Herzensangelegenheiten, Herzblut – das ist das einzige Motiv, das über alle Kulturen hinweg dieselbe Bedeutung hat. Jeder kann zwar sein eigenes Ding machen, doch am Ende sind wir ein großes Ganzes, sollten tolerant gegenüber anderen sein. Niemand braucht sich zu profilieren, keiner steht im alleinigen Fokus, sondern alles ist ein großes Miteinander. Die Halle ist voller Individuen, die ein gemeinsames Ganzes schaffen.

Ich sehe mich selber auch nicht als Macher, sondern freue mich, Teil des Ganzen zu sein und bedanke mich daher bei allen Beteiligten. Ich bin in der Branche, seit ich acht Jahre alt bin und ich sehe das nicht isoliert von Humanismus. Da steckt schon eine gewisse Weltanschauung dahinter.

Wie haben Sie diese große Vielfalt an Pflanzen ausgewählt?

Ich habe eine Vision im Kopf und danach suche ich die Pflanzen aus. Die Gestaltung beginnt dann mit der Auswahl. Ich bin teilweise durch die letzten Ecken der Gewächshäuser gegangen und habe dort Dinge entdeckt, die es wert sind, gezeigt zu werden. Daher freue ich mich auch besonders, dass die Jury nicht nur reine Perfektion ausgezeichnet hat, sondern auch echte Urgesteine. Dass Pflanzen, die eben nicht gerade gewachsen sind, auch eine Medaille wert sind.

Nehmen Sie sich als Betrachter die Zeit für die Geschichte, die hinter all dem steht. In der Halle können Besucher sie auf dem Banner lesen. Tauchen Sie ein in das Thema der Ausstellung und spüren Sie das Pulsieren der Pflanzen! FEEL THE HEART BEAT!