Grüne Branche

Bund deutscher Baumschulen mahnt ZVG zum Sparen

In seinem Geschäftsbericht auf der Sommertagung des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) am 3.Juni in Wiesbaden ging Walter Hinrichs auch auf das Thema Finanzen ein. Die Deutsche Bundesgartenschaugesellschaft (DBG), eine Tochtergesellschaft des BdB, leide „nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Finanzschwäche der Iga Rostock GmbH 2003 unter Liquiditätsschwierigkeiten“, so Hinrichs. An der DBG ist der BdB mit einem Anteil von zehn Prozent am Stammkapital beteiligt. Die Gesellschafter der DBG – dies sind neben dem BdB der Zentralverband Gartenbau und der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) – waren nach Aussagen des BdB-Präsidenten deshalb Anfang des Jahres gezwungen, der DBG ein Gesellschafterdarlehen in Höhe des Stammkapitals der Gesellschaft von einer halben Million Euro einzuräumen. Für den BdB habe sich daraus ein Betrag von 50 000 Euro ergeben. Der BdB ist laut Hinrichs nun dabei, seinen Einfluss auf die Gesellschaft nochmals zu erhöhen, um die „notwendigen Veränderungen in der Geschäftspolitik“ zu erreichen.

Sorgen macht sich Hinrichs nach eigenen Angaben aber auch „insbesondere über die finanzielle Situation des ZVG“. Seit 1997 habe der BdB selbst trotz allgemeiner Kostensteigerungen von mehr als zehn Prozent sowie einem Rückgang der Beitragshektare um rund 15 Prozent keine Beitragserhöhung vorgenommen. Der BdB habe deshalb an vielen Stellen, vom Personal bis zu den Reisekosten, gespart und den allgemeinen Etat des Gesamt-BdB ausgeglichen gehalten, ohne bisher das Vermögen anzugreifen. Wie sich aus den in Rechnung gestellten ZVG-Beitragsraten aber entnehmen lasse, hat nach den Worten des BdB-Präsidenten der ZVG in all den Jahren, in denen der BdB versucht habe, mit 25 Prozent weniger auszukommen als noch im Jahre 1997, „keine einzige Einsparung vorgenommen, sondern kontinuierlich Beitragserhöhungen eingefordert“. Und Hinrichs weiter: „Wir wissen nicht, ob und inwieweit der ZVG den Rückgang an Mitgliedsbeiträgen, der kurz bis mittelfristig absehbar ist, auffangen kann.“ Ebenso wisse man allein aus Kostengründen nicht, ob der ZVG den eigentlich beschlossenen Umzug nach Berlin werde bewerkstelligen können.

Laut Hinrichs habe deshalb das BdB-Präsidium aktuell auf seiner Sommertagung beschlossen, auf den ZVG nachdrücklicher als in den zurückliegenden Jahren Einfluss zu nehmen, „sein Budget den zurückgehenden Beitragsleistungen seiner Mitglieder anzupassen und auch die Schwerpunkte seiner Arbeit dementsprechend neu auszurichten“. Seitens des ZVG war zur angesprochenen Finanzsituation keine Stellungnahme zu erhalten.