Grüne Branche

Bundesgehölzsichtung: Frostschäden an Rosen sehr unterschiedlich

Bereits der Winter 2010/2011 hatte in der Pflanzenwelt deutliche Spuren hinterlassen. Jedoch hatte in diesem Jahr Mitte Januar bei fast frühlingshaften Temperaturen kaum jemand geglaubt, dass der Winter 2012 noch härter würde. 

Dr. Burkhard Spellerberg stellte bei der Bundesgehölzsichtung unterschiedlich starke Frostschäden fest. Foto: privat

Dieser Winter war erst zu mild, dann mit kurzer Frostperiode und leider heftigen Auswirkungen. Nachfolgend eine Einschätzung von Dr. Burkhard Spellerberg (Bundessortenamt) von der Bundesgehölzsichtung mit bundesweit Pflanzen an 16 Standorten:

Nach der IPM ging es Ende Januar mit den Temperaturen steil bergab. Zwei Wochen mit Frost bis unter minus 20 Grad Celsius ohne Schneedecke haben viele Freilandpflanzen in der Produktion, im Garten und im öffentlichen Grün geschädigt. Rose, Kirschlorbeer, Bambus oder Mahonie, um nur einige Gattungen zu nennen, zeigen starke Frostschäden. Diese sind aber sehr unterschiedlich.

In der Nähe von Nachbarpflanzen oder Gebäuden sind die Schäden nicht so gravierend wie auf Standorten, die dem frostigen Wind ausgesetzt waren. Dort wo eine leichte Schneedecke war, sind Schäden geringer. Schützend wirkte bei empfindlichen Pflanzen eine Winterschutzabdeckung, aber leider nur dann, wenn sie deutlich verstärkt war. Frostschäden zeigen sich je nach Pflanzenart unterschiedlich stark und sortenabhängig.

Eine Umfrage bei den ADR-Prüfgärten hat ergeben, dass bei Rosen die Schäden sehr unterschiedlich sind. Ohne Schutz vor den östlichen Winden sind die Aufpflanzungen aus 2009 und 2010 in mehreren Prüfgärten bis auf den Boden zurückgefroren oder teilweise ganz abgestorben. An den Pflanzen ist noch der im Januar erfolgte Austrieb von etwa einem Zentimeter Länge zu sehen, der dann komplett erfroren ist. Die Pflanzen „standen im Saft“, und somit konnte der Frost sich so schädigend auswirken.

Winterschäden können bei der Rose nun kaum nach Gruppen oder nach Herkunft der Sorten zugeordnet werden, jedoch scheinen Edelrosen stärker betroffen zu sein. Zu verschieden sind die Frostauswirkungen. Im Herbst gepflanzte Rosen hatten keine neuen Wurzeln gebildet und sind nicht wie ältere Pflanzungen im Januar kräftig ausgetrieben. Sie sind meistens nur gering vom Frost betroffen. Bei älteren Rosen ist Geduld angesagt, denn bei Strauch- oder Kletterrosen treiben eine große Anzahl Sorten auch aus den oberen Trieben wieder aus. Allerdings ist bei vielen Sorten der Rückschnitt einfach, da die Pflanzen ohne Rücksicht auf Gestaltung bis zum Boden zurück geschnitten werden müssen.

Viel wird über die Ursachen der Schäden diskutiert, ob es an der Art, an der Sorte, an der Herkunft der Pflanzen, am Boden, am Substrat, an der Vernässung, am Dünger oder am nicht ausreichenden Winterschutz lag. Es ist aber auch deutlich geworden, dass aus dem Wetter entstandene „höhere Gewalt“ nicht mit Kulturmaßnahmen erklärt werden kann. Allerdings ist nach den letzten zwei Wintern auch erkennbar, dass trotz globaler Klimaerwärmung sogar ein verstärkter Winterschutz bei uns im Freiland und in Folienhäusern notwendig sein wird. Auch wurden Grenzen in der Verwendung empfindlicher Pflanzen erkennbar. (Dr. Burkhard Spellerberg)