Grüne Branche

Bundesrahmentarifvertrag: Arbeitszeit bleibt Streitthema

Im vierten Verhandlungsgespräch zum Bundesrahmentarif für den Gartenbau konnten die Vertragspartner nach Information der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) wichtige Detailfragen klären. Nach wie vor strittig bleiben hingegen die Themen Arbeitszeit, Urlaub und Kündigungsfristen. 

Die Arbeitgeberverbände fordern eine Flexibilisierung der Arbeitszeit im Bundesrahmentarifvertrag. Foto: Daniela Sickinger

Die Arbeitgebervertreter hatten in der Gesprächsrunde am 30. April in Köln eine Flexibilisierung der Arbeitszeit im Gartenbau gefordert. Hintergrund sind unter anderem Produktions- und Erntezeiten und das damit verbundene geballte Arbeitsaufkommen in der grünen Branche.

IG BAU: trotz saisonaler Mehrbelastung Arbeits- und Gesundheitsschutz wahren

Die IG BAU hatte daraufhin einen Flexibilisierungsrahmen gefordert, um trotz saisonaler Mehrbelastung den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu sichern. So müssten unter anderem Guthabenstunden insolvenzfest abgesichert sein, um ein finanzielles Risiko für Arbeitnehmer auszuschließen.

Außerdem hatten die Gewerkschaftsvertreter erneut auf die von ihnen reklamierte Senkung der wöchentlichen Arbeitszeit bei vollem Entgeltausgleich hingewiesen. So könnte eine Entlastung für die im Gartenbau Beschäftigten geschaffen werden als Ausgleich zu einer tarifvertraglich geregelten Arbeitszeitflexibilisierung.

IG BAU fordert Ost-West-Angleichung der Wochenarbeitszeit

Darüber hinaus nutzten die Vertreter der IG BAU das Tarifgespräch, um ihre Forderung nach einer ihrer Meinung nach längst überfälligen Ost-West-Angleichung der Wochenarbeitszeit zu erneuern.

Die Fortführung der Tarifverhandlungen am 16. Juli unter anderem davon abhängig machen, inwieweit die ostdeutschen Gartenbau-Landesverbände sich bis dahin geeinigt haben und gewillt sind, die Ungleichheit der Wochenarbeitszeit in Stufen abzubauen. (ts)

Mehr zum Thema Arbeitszeitflexibilisierung und Mindestlohngesetz lesen Sie in der TASPO 19/2015.