Grüne Branche

Bundesrat beschließt Novelle der HOAI 2009

Der Bundesrat hat am 12. Juni 2009 der 6. Novelle der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (Bundesratsdrucksache 395/09) zugestimmt. Nach der erforderlichen Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt voraussichtlich im Juli/August 2009 kann dann nach 13 Jahren Ringens um eine zeitgemäße Erneuerung der HOAI die neue Verordnung in Kraft treten. Die Neufassung der HOAI sieht vor, dass die Honorarfestsetzung mit Hilfe des so genannten Baukostenberechnungsmodells von den tatsächlichen Baukosten abgekoppelt wird. Grundlage für die Honorarfestsetzung sind zukünftig die Baukosten, die aufgrund der Entwurfsplanung berechnet wurden. Ein Bonus-Malus-System schafft neue Anreize zum kostengünstigen und qualitätsbewussten Planen und Bauen. Die staatlichen Honorarvorgaben beschränken sich nur noch auf die Planung. Beratungsleis-tungen können ebenso wie bei den rechtsberatenden Berufen und wie bei sonstigen gutachterlichen Leistungen im Wirtschaftsleben frei vereinbart werden. Mehr Vertragsfreiheit und bessere Anreize für wirtschaftlich vernünftiges Kalkulieren der Büros bringt auch der Wegfall verbindlicher Stundensätze. Hierbei ist jedoch sicher gestellt, dass frei vereinbarte Stundensätze die Mindestsätze der Honorarordnung nicht unterschreiten dürfen. Um den Vorgaben der europäischen Dienstleistungsrichtlinie zu genügen, wird der HOAI-Anwendungsbereich auf Büros mit Sitz in Deutschland beschränkt. Im Übrigen bleibt es bei den bisherigen Tafelendwerten. Die fast 14 Jahre unverändert gebliebenen Tafelwerte wurden durchgängig um zehn Prozent angehoben. „Der Entwurf ist kein Konjunkturprogramm für Landschaftsarchitekten“, kommentiert der Justiziar des Bundes deutscher Landschaftsarchitekten (bdla), Dr. Herbert Franken, die 6. Novelle. „Wichtige Änderungsvorschläge des bdla wurden jedoch berücksichtigt. Es besteht aber noch erheblicher Nachbesserungsbedarf.“

Das sieht in Teilen auch der Bundesrat so: Er bittet die Bundesregierung, innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten der Novelle über die Entwicklung und eventuelle notwendige Anpassungsmaßnahmen insbesondere hinsichtlich der Honorarstruktur, des Leistungsbildes, der Anrechenbarkeit nach Bausubstanz sowie der Regelung der Objektüberwachung zu berichten.