Grüne Branche

Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter: „Züchtung angemessen entlohnen“

Zum Welttag des geistigen Eigentums am 26. April machte der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) auf die Bedeutung des Sortenschutzes aufmerksam. Seine Kernthese: Pflanzenzüchtung muss fair entlohnt und geistige Leistung angemessen honoriert werden. 

Die Züchtung neuer Pflanzensorten ist mit großem finanziellen und zeitlichen Einsatz verbunden, erfordert hohes Wissen und Erfahrung. Der Sortenschutz sichert diesen Aufwand ab, informiert auch das Bundessortenamt zum Thema. Foto: Bundessortenamt

„Niemand kann und will auf Züchtungsfortschritte verzichten, dies muss jedoch angemessen entlohnt werden“, so BDP-Geschäftsführer Dr. Carl-Stephan Schäfer. „Gerade in unserer Branche lassen sich Innovationen in Form von neuen Sorten leicht kopieren. Deshalb ist es so wichtig, dass das geistige Eigentum der Züchter angemessen geschützt wird.“

Beim Sortenschutz handelt es sich um ein speziell auf den Bereich Pflanzenzüchtung zugeschnittenes Schutzrecht, das den Anbau geschützter Sorten und den Züchtervorbehalt regelt. Der Sortenschutz sei somit Garant dafür, dass die Züchter für die Entwicklung ihrer Sorten entlohnt werden. Auf diesem Weg soll ein Anreiz für weitere Entwicklungen geschaffen werden. Des Weiteren regelt er über den Züchtervorbehalt, die Möglichkeit auf dem Markt befindliche Sorten für die Weiterzüchtung allen Züchtern zur Verfügung zu stellen.

Pflanzenzüchtung spielt eine entscheidende Rolle bei der Lösung künftiger globaler Herausforderungen, so der BDP weiter. Mit kontinuierlichem Züchtungsfortschritt werde die Grundlage für die herausragende Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft, im Gartenbau und im Zierpflanzenbau geschaffen. Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, arbeiten Pflanzenzüchter mit Hochdruck an der Entwicklung verbesserter Sorten. Dabei koste die Entwicklung einer neuen Sorte mehrere Millionen Euro. Auch der Zeitaufwand ist mit zehn bis 15 Jahren enorm, unterstreicht der BDP.

Das gilt für alle Arten, denn die Züchtung von Getreide, Kartoffeln und Futterpflanzen sei ebenso anspruchsvoll und forschungsintensiv wie die von Gemüse, Obst, Weinreben, Gehölzen oder Zierpflanzen. Diese Forschungsleistungen werden über eine im Saatgutpreis enthaltene Lizenzgebühr entlohnt.
Es ist weiterhin ein wichtiges Anliegen, die politischen Rahmenbedingungen hierzulande so zu gestalten, dass die stark mittelständisch geprägte Pflanzenzüchtung auch weiterhin eine leistungsfähige und vielfältige Branche bleibt.

Allein in Deutschland liegt der Produktionswert pflanzlicher Erzeugnisse, erwachsen aus stetig verbesserten Sorten unterschiedlichster Kulturen, bei 26,7 Milliarden Euro. Züchtung ist die nachhaltigste Methode, die landwirtschaftliche und gartenbauliche Produktivität zum Wohle der Gesellschaft zu steigern, meint der BDP. „Wer den Schutz geistigen Eigentums in der Züchtung verkennt, verkennt seine Bedeutung für die eigene Zukunft“, sagt Schäfer abschließend.

Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter mit Sitz in Bonn und Berlin ist die berufsständische Vertretung von rund 130 deutschen Pflanzenzucht-Unternehmen und Saathändler aus den Bereichen Landwirtschaft, Gemüse und Zierpflanzen. Mit einer Quote für Forschung und Entwicklung von 15,1 Prozent gehört die Pflanzenzüchtung zu den innovativsten Branchen in Deutschland. Rund 5.800 Beschäftigte finden hier einen Arbeitsplatz und legen mit ihrer Tätigkeit die Basis für eine erfolgreiche Landwirtschaft und die darauf folgenden Stufen der Wertschöpfungskette. (fri/ts)