Grüne Branche

Bundesweit: Friedhofsgebühren steigen

Zahlreiche Kommunen haben zum Jahreswechsel die Friedhofsgebühren erhöht. Darauf macht Aeternitas (Königswinter) aktuell aufmerksam. 

Viele Kommunen haben zu Jahresbeginn die Friedhofsgebühren erhöht. Foto: Aeternitas

Einen Grund dafür sieht die Verbraucherinitiative in dem anhaltenden Trend zu Feuerbestattungen und damit zu kleinen und günstigen Gräbern. Dadurch würden Einnahmen ausbleiben, die Kosten jedoch nicht im gleichen Ausmaß sinken und die Friedhöfe folglich unter Druck geraten.

Mit welchen zum Teil drastischen Gebührenerhöhungen Hinterbliebene 2014 auf Friedhöfen rechnen müssen, machen einige Beispiele aus ganz Deutschland deutlich. So wird die Bereitung eines Grabes für eine Urnenbestattung in Emmerich beispielsweise um 116 Prozent teurer, während sich in Rüdesheim die Nutzungsgebühr für ein Urnenreihengrab von 163 auf 500 Euro nahezu verdreifacht.

Ein anonymes Urnengrab verteuert sich in Friedewald um 150 Prozent, auch in Münster werden dafür in diesem Jahr bis zu 93 Prozent höhere Gebühren erhoben. Vergleichsweise moderat wirken dagegen die durchschnittlich um 25 Prozent höheren Friedhofsgebühren in Frankfurt am Main.

In einigen Kommunen können die Gebührenzahler jedoch auch mit Entlastungen rechnen, meldet Aeternitas. So stehen etwa in Stuttgart den Gebührenerhöhungen bei der Urnenbeisetzung (plus 23 Prozent) Entlastungen bei den Erdbestattungen (minus 20 Prozent) gegenüber.

Insgesamt leicht sinkende Gebühren verzeichnet Kempen, während sich im nordrhein-westfälischen Leopoldshöhe die Friedhofsgebühren sogar um bis zu 45 Prozent verringern.

„Regelmäßige Anpassungen können extreme Auswüchse bei Gebührenerhöhungen verhindern“, erklärt der Aeternitas-Vorsitzende Christoph Keldenich. In Friedewald beispielsweise seien die Gebühren vor der jetzt erfolgten deutlichen Anhebung seit 1997 nicht mehr erhöht worden.

Daneben fordert Aeternitas bereits seit einigen Jahren, den Grünwert der Friedhöfe als Erholungsraum, Parkanlage und ökologische Nische stärker zu berücksichtigen. Wenn Münster den sogenannten Anteil öffentlichen Grüns im Gebührenhaushalt von 20 auf sieben Prozent absenke, bleibe als Ausweg nur die Gebührenerhöhung, argumentiert die Verbraucherinitiative.

Aufgrund des Trends zu platzsparenden Urnengräbern und wegen überdimensionierter Pläne aus der Vergangenheit seien auf vielen Friedhöfen sogenannte Überhangflächen entstanden, die nicht mehr für Bestattungen benötigt werden. Anfallende Pflegekosten würden mitunter jedoch immer noch den Gebührenzahlern aufgebürdet, kritisiert Aeternitas. Gleiches gelte bei Kosten für den Denkmalschutz. Gebühren müssten aber dem Aufwand entsprechen, der tatsächlich dahinterstehe.

Gleichzeitig sollten attraktive Angebote die Gebührenzahler überzeugen, nicht nur auf den Preis zu achten. Viele Friedhöfe beschreiten laut Aeternitas hier bereits den richtigen Weg, etwa mit ansprechend gestalteten, garten- oder parkartigen Grabanlagen. (ts)