Grüne Branche

Bundesweit viele Schäden durch Schnee- und Eisdruck

Silvester gegen 10.00 Uhr früh brachen in der Garten- und Landschaftsbau Leipzig-Paunsdorf GmbH über 3.000 Quadratmeter Gewächshaus wie ein Kartenhaus zusammen. Zurück blieb ein Gewirr von Metallteilen und Glas. Das Glück – es kam niemand zu Schaden. Freilich fehlt nun die Fläche für die Frühjahrsblüher und die Beet- und Balkonpflanzen. „Wir haben einen Notplan gemacht und können Häuser in Thekla nutzen“, erläuterte Geschäftsführer Steffen Hahn gegenüber der TASPO.

Der erste Schnee war Anfang Dezember gefallen, und dann ging es praktisch weiter bis Anfang Januar. „Solche Schneemassen gab es hier noch nie“, sagt Hahn. Ob die Flächen in Thekla für die georderte Halbfertigware reichen, ist noch nicht sicher, eventuell müsse man die Mengen reduzieren. Ein großes Lob spendete Hahn seiner Hausbank. Die werde selbstverständlich auch jetzt helfen, wo Neues gebaut werden muss.

Etwa 1.000 Quadratmeter Gewächshaus fielen im Betrieb Zimo Landschaftsbau Pflege GmbH in Mosel mitsamt der Metallkonstruktion der Schneelast zum Opfer. „Gott sei dank war das Haus leer“, berichtete Mit-Geschäftsführer Dirk Richter, aber für die Anzucht der Beet- und Balkonpflanzen fehle nun diese Fläche. Auch Richter betonte, dass man so eine Schneemenge in Mosel noch nicht erlebt habe.

Im Gartenbaubetrieb Starke in Mittweida zerstörte der Schnee ein Doppelfolienhaus (1.500 Quadratmeter), in dem Feldsalat und Violen standen. In knapp 60 sächsischen Gärtnereien entstanden durch die Schneemassen mehr oder weniger gravierende Schäden.

Wie die Gartenbau-Versicherung VVaG (Wiesbaden) gegenüber der TASPO bestätigte, gab es Anfang bis Mitte Dezember zahlreiche Schneedruckschäden in Sachsen.

Zum Weihnachtswochenende kam es dann in ganz Nordrhein-Westfalen zu Zusammenbrüchen und Glasschäden. Schon am 23. Dezember hatte dort starker Schneefall eingesetzt. Innerhalb von 24 Stunden fielen je nach Region 30 bis 50 Zentimeter Schnee. Am zweiten Weihnachtstag setzte Regen ein, was die Schneelast noch enorm erhöhte und zu zahlreichen (Teil-)Zusammenbrüchen führte.

Bisher hat die Gartenbau-Versicherung für Dezember knapp 400 Schäden registriert. Sie rechnet aber mit mindestens 600 Glas- und Konstruktionsschäden durch Schneedruck und geht von einer Schadenssumme von rund 2,5 Millionen Euro aus, wobei die Schäden nicht so dramatisch sind wie im Winter 2009/2010.

Im letzten Winter waren mehr als 700 Winterschäden gemeldet worden. Bei der Mehrzahl handelte es sich um reine Glasschäden, es gab aber auch 22 Gewächshauszusammenbrüche. Insgesamt beliefen sich die versicherten Schäden auf 5,4 Millionen Euro.

Dabei fiel auf, dass sich die Schäden nicht unbedingt in typischen Wintergegenden ereigneten, sondern sich im Norden (zwischen Hamburg und Lübeck), in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen (Großraum Hannover und umliegende Regionen) und Brandenburg (Großraum Berlin) konzentrierten.

Schäden durch Eis- und Schneedruck sind dem Versicherungszweig Sturm zugeordnet.