Grüne Branche

BVEO zur EHEC-Krise: „EU-Vorschläge zur Entschädigung völlig unzureichend“

Seit Beginn der EHEC-Krise haben die deutschen Erzeugerorganisationen (EO’s) permanent ihre verkaufsfertigen Produkte auf mögliche EHEC-Erreger untersucht. Bis zum Abend des 7. Juni wurden bei 13 EO’s über 1.000 Proben von 144 verschiedenen Gemüsearten untersucht. Alle Proben waren negativ, so die Ergebnisse der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO). Die EO's sind der BVEO als Mitglied des Deutschen Raiffeisenverbands angeschlossen.

Pro Produkt und Firma wurde jeweils Ware von mehreren Erzeugern untersucht. Ebenfalls untersucht wurden unter anderem Kühlhallen, Mehrwegverpackungen, Einwegkartonagen, Waschwasser in Sortier- und Packanlagen, Bodenproben, Wasser zur Bewässerung.

Diese freiwilligen Proben waren laut BVEO im Ergebnis alle negativ, das heißt „EHEC-frei“. Auch die in Ergänzung gezogenen „amtlichen“ Proben, die die jeweiligen Institutionen untersucht haben oder auch die von QS untersuchten Proben seien negativ.

Bei allem Verständnis für prophylaktische Verzehrsempfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Bundesministeriume für Ernährung (BMELV) ist die undifferenzierte Aufrechterhaltung der pauschalen Warnung für solche Partien und Inverkehrbringer, die nachweislich als „EHEC-frei“ eingestuft werden können, nicht länger nachvollziehbar, teilt die BVEO mit. 

Auch das BMELV und die zuständigen Bundesoberbehörden konnten bis zur Stunde kein Indiz dafür präsentieren, dass von untersuchten Gemüseerzeugnissen dieser Art eine generelle Gesundheitsgefährdung ausgeht. Mehr als Einzelpartien und die gesamte Logistikkette zu untersuchen, sei nicht machbar.

Die EO’s und ihre BVEO leisten nach eigenen Angaben seit Beginn der Krise einen großen konkreten Beitrag zur Eingrenzung der mutmaßlichen Kontaminationsquellen. Eine differenzierte Verzehrsempfehlung der zuständigen Stellen würde dazu beitragen, die enormen wirtschaftlichen Schäden zu begrenzen.

Die Erfahrungen der BVEO und ihrer EO's während der Krise belegten die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit der zuständigen Institutionen in Bund und Ländern vorbehaltlos auf den Prüfstand zu stellen und falls nötig, zu modifizieren.

DRV und BVEO begrüßen die Entscheidung des Agrarrates vom 7. Juni, die betroffenen Gemüseerzeuger zu entschädigen. Der Vorschlag der EU-Kommission sei jedoch sowohl in der Höhe der vorgesehenen Entschädigung völlig unzureichend als auch in der vorgeschlagenen Abwicklungsmodalität.

DRV und BVEO fordern:

  • eine deutliche Anhebung der Entschädigungssumme
  • eine Regelung, nach der alle betroffenen Gemüseerzeuger entschädigt werden, die dies dokumentiert haben
  • eine Ermächtigung an die Mitgliedstaaten, entsprechend den Strukturen in ihrem Hoheitsgebiet die Auszahlungsmodalitäten zu regeln
  • eine einfache, möglichst unbürokratische, bundesweit einheitliche Abwicklungsregelung
  • eine Einbeziehung der entgangenen Vermarktungsgebühren der EO’s in die Schadensregulierung
  • eine gerechte Verteilung auf die Mitgliedstaaten, in denen nachweislich Schäden entstanden sind.

Das vorgeschlagene Windhundverfahren lehnen DRV und BVEO ab.

 

Weitere Infos unter www.bveo.de