Grüne Branche

BVZ-Herbsttagung: regionale Lobbyarbeit der Landesverbände ausweiten

Die Delegiertenversammlung des Bundesverbandes Zierpflanzen (BVZ) fand diesmal im pfälzischen Bad Dürkheim statt. In seinem Grußwort sprach Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), aktuelle Verbandsthemen an. Dabei betonte er die Bedeutung der vom BVZ vertretenen Produktionsbetriebe für die Kontakte des ZVG zum Bundesagrarministerium, gerade angesichts des herrschenden Trends zur Dienstleistung im Gartenbau. 

Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau. Foto: ZVG

Da es immer schwieriger werde, in der Berliner Politik Gehör zu finden, sei die regionale Lobbyarbeit der Landesverbände umso wichtiger. So könnten zum Beispiel Einladungen von Politikern in Betriebe dazu beitragen, ein falsches Bild vom Pflanzenschutz im Gartenbau zu korrigieren, sagte Mertz. Derzeit würden nur zwei Bundestagsabgeordnete deutlich sagen: „Ja, wir stehen zum Pflanzenschutz.“

Auch sollte sich der Berufsstand für eine Fortführung des Niedrigenergiegewächshaus-Projekts Zineg einsetzen, damit diese Technologie an den Bedarf der Praxis angepasst und dort eingeführt werden kann.

Das Thema „Inwertsetzung“ beschäftige den Verband seit zwei Jahren. Mertz räumte aber ein, dass in der Realität ein Teil der Betriebe von niedrigen Preisen durchaus profitiere. Da eine Mengenregulierung wie im Weinbau bei Zierpflanzen nicht möglich sei, blieben hier nur Marketingkampagnen, um den Markt zu beeinflussen. Zuvor sei aber wie bei der ZVG-Nachwuchskampagne zu erforschen, was der Markt tatsächlich verlange.

Wichtig sei auch, dass die Kosten nicht nur den Produzenten aufgebürdet würden, sondern dass sich vom Zulieferer bis zum Handel alle Glieder der Wertschöpfungskette an einer solchen Kampagne beteiligen, so Mertz. Sein Schlussappell an die Gärtner: Nicht über das Wetter jammern, sondern die Themen anpacken!

In den folgenden Vorträgen standen die „saubere“, rückstandsarme Pflanze und das damit verbundene Thema Bienenschutz im Vordergrund. Der Bogen spannte sich vom bereits in der TASPO vorgestellten „Gezonde Kas“-Projekt über die Rückstandsproblematik bei Zierpflanzen und die strategisch richtige Krisenkommunikation bis zur Bienengesundheit aus dem Blickwinkel eines Staudengärtners und Hobbyimkers. (dre)

Mehr Informationen auch auf der Webseite des BVZ.