Grüne Branche

Calluna for Future: „Wir sehen uns auf einem guten Weg“

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Im Gartenbau-Betrieb von Stefan Gerritzen dreht sich fast alles um Callunen. Das Thema Nachhaltigkeit ist dem engagierten Gärtnermeister, der den elterlichen Betrieb in Kevelaer im Jahr 2008 übernommen hat, dabei besonders wichtig.

Stefan Gerritzen legt bei seiner Produktion Wert auf Nachhaltigkeit und nimmt unter anderem am Projekt TerZ teil. Foto: privat

Betrieb seit der Übernahme ständig erweitert und modernisiert

Die Gärtnerei wurde 1964 gegründet. 1970 stellte der Vater von Stefan Gerritzen von Schnittblumen auf Topfpflanzen wie Eriken und Azaleen um. „1996 hielten Callunen Einzug, 1998 kam ich nach meiner Meisterprüfung in den Betrieb“, erzählt Gerritzen. „Seit der Übernahme 2008 haben wir ihn ständig erweitert und modernisiert. 2015 entstanden Foliengewächshäuser mit aufblasbarer Doppelfolie. Ihr Dach kann bis zu 70 Prozent geöffnet werden. Dadurch haben wir nahezu Freiland-Bedingungen.“

In den 2,5 Hektar großen Gewächshäusern wird im Frühjahr Solanum jasminoides in 12er-Töpfen und Ampeln produziert. „Wir haben ein geschlossenes Ebbe-Flut-Kultursystem. Bei Solanum können wir durch den Einsatz von Nützlingen weitestgehend auf Pflanzenschutzmittel verzichten.“ Danach folgen Callunen. „Wir produzieren auf 15,5 Hektar Container-Stellfläche Sorten von Kramer. Bei den Gardengirls haben wir das Programm auf viele Variationen und Topfgrößen ausgeweitet, vom 6,5er-Mini-Topf über 10er-, 11er- und 12er-Töpfe bis zu 23-cm-Schalen“, berichtet Gerritzen.

Callunen werden auf Wunsch umweltfreundlich „lackiert“

Besonders die Kombinationen mit drei oder fünf Sorten und die Sunset Girls liegen im Trend. Für Kunden, die blau, gelb, orange oder grün gefärbte Ware wünschen, hat Gerritzen eine Färbestraße eingerichtet. Dabei werden die Callunen für die Eigenmarke Picasso mit einer umweltfreundlichen Farbe „lackiert“.

Zehn fest Angestellte und bis zu zehn Saisonkräfte arbeiten im Betrieb. Im Herbst werden alle Pflanzen mit Gabelstaplern mit Doppelgabel vom Feld geholt. „Unsere Mitarbeiter stehen in einer Halle am Tisch und packen die Pflanzen. Keiner muss sich bücken und ist der Witterung ausgesetzt“, so Gerritzen. „Ich bin stolz auf das Team mit vielen langjährigen Angestellten und auf das gute Betriebsklima.“

Gerritzen reduziert Torf und Fungizide

Mit der Vielfalt der Gardengirls, einer veränderten Substrat-Mischung und einem neuen Topf hat Gerritzen seine Eigenmarke „Calluna for Future“ entwickelt. „Bei unserem Substrat ist der Torfanteil auf 50 Prozent reduziert. Wir nehmen für vier Jahre am Projekt TerZ (Einsatz torfreduzierter Substrate im Zierpflanzenbau) teil. Dabei tauschen wir uns mit anderen Gärtnern in den fünf Modellregionen aus“, erklärt der dreifache Familienvater.

Zudem setzt Gerritzen recycelbare Etiketten an Holzsteckern ein, verwendet Töpfe aus 100 Prozent Recyclingmaterial und verzichtet bei der Transport-Verpackung auf Kunststoff. „Im Freiland konnten wir in den vergangenen zwei Jahren durch moderne Pflanzenschutztechnik 50 Prozent weniger Fungizide ausbringen, ohne Qualitätseinbußen. Wir sehen uns auf einem guten Weg“, sagt Gerritzen.

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