Grüne Branche

CH: Gartenbau rechnet mit bis zu 60 Millionen Franken Verlust

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Die Corona-Krise trifft die Grüne Branche extrem hart. In Deutschland rechnet man im Gartenbau mit hohen Millionen-Verlusten, ebenso wie in den Niederlanden. In der Schweiz werden laut Branchenverband Jardin Suisse ebenfalls Verluste in Höhe von 60 Millionen Schweizer Franken (rund 56 Millionen Euro) erwartet.

In der Schweiz werde ebenfalls mit hohen Verlusten gerechnet. Foto: Christin Noelle / Unsplash

Verkaufsverbot von Blumen in der Schweiz

Wie auch in Deutschland herrschen in der Schweiz strenge Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus‘. Allerdings hat die Schweizer Regierung auch Gartencenter und Gärtnereien ein Verkaufsverbot erteilt, was diese aktuell besonders trifft. Auch im Alpenstaat gehört die Zeit zwischen April und Mai zu den umsatzstärksten Wochen. Jardin Suisse fordere deshalb vom Bund eine Erweiterung der Hilfskredite, sowie die Erlaubnis zum Pflanzenverkauf.

Bis zu 60 Prozent des Jahresumsatzes zwischen April und Mai

Die Unternehmen der Grünen Branche erwirtschaften unter normalen Umständen in der Regel allein im April und Mai zwischen 40 und 60 Prozent ihrer Jahresumsätze. Das ist in diesem Jahr anders durch die angeordneten Verkaufsverbote. Statt satte Gewinne zu erzielen müssen produzierte Pflanzen, die für den Verkauf bereit wären, entsorgt werden. So auch bei der Jost Pflanzen AG in Wiedlisbach im Kanton Bern. Hier werden täglich Blumen im Wert von fast 30.000 Franken weggeworfen, wie Schweizer Medien berichten. „Wenn der Stillstand länger dauert, ist es fraglich, ob wir überleben“, betonte Martin Jost gegenüber der Solothurner Zeitung.

Mehr Hilfskredite und Ausweitung der Kurzarbeit

Etliche Betriebe haben zudem damit reagiert, ihr Geschäft umzustellen. Viele Unternehmen verkaufen ihre Waren über Online-Shops, oder bieten Abhol-Services vor Ort und regionale Lieferdienste an. Das sei aber lange nicht für alle Betriebe möglich, wie Jardin Suisse gegenüber regionalen Medien bekräftigte. Es werde mit herben Verlusten und Umsatzeinbußen von 40 bis 60 Millionen Schweizer Franken gerechnet. Daher fordere man vom Bund eine Erweiterung der Hilfskredite und die Ausweitung der Kurzarbeit. Eine Lockerung des Verkaufsverbot fordere auch die Initiative „Blumen gehören zur Grundversorgung“, ins Leben gerufen von der Blumenproduzentenfamilie Isler, die mit ihrer Online-Petition bereits über 40.000 Menschen erreicht habe.

Weitere Informationen zur Corona-Krise finden Sie unter dem Newstag „Coronavirus“.

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