Grüne Branche

Chrysanthemen: von altbacken zum Hipster

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Lange bekannt als altbackene Herbst- und Trauerblume, zählt die Chrysantheme heute zu der hippen und modernen Riege – an den Verkaufszahlen gemessen, liegt sie auf Platz zwei der Schnittblumen. Diesen Aufstieg verdankt sie nicht zuletzt den „just chrys“-Kollektionen, die der Kreativ-Direktor des Fachverbandes Deutscher Floristen (FDF), Floristmeister Manfred Hoffmann, im Auftrag von Blumenbüro Holland und FDF in den vergangenen zehn Jahren entwickelte.

Recycling und Upcycling mit der Chrysantheme. Foto: FDF

Voller Begeisterung zeigen Hoffmann und sein Team in den „just chrys“-Kollektionen, was man alles mit Chrysanthemen machen kann. Wie Hoffmann im Interview mit der TASPO erklärt, steht dabei weniger die klassische Floristik im Vordergrund, sondern neue florale Ideen und Designs, für die sich die Chrysantheme hervorragend eignet.

Was sind die Vorteile der Blume?

Die Chrysantheme hält einfach sehr lange, auch im Sommer. Und es gibt sie in nahezu unglaublicher Farben- und Formenvielfalt. Weiterhin ist die Chrysantheme eine sehr gesunde Pflanze. Wir haben uns letztes Jahr mehrere Produktionsbetriebe in den Niederlanden angeschaut. Da wird biologisch produziert, man arbeitet mit Dämpfen und Nützlingen – auf der Grundlage einer nachhaltigen Produktion. Diesen Aspekt kann man im Geschäft wiederum auch gut als „Storytelling“ nutzen, denn Nachhaltigkeit und Bio spielen eine große Rolle bei den Kunden von heute.

Wie ist denn die aktuelle Kollektion aufgebaut?

Wir haben uns an den niederländischen Trends, die auf europäischen Konsumenten-Trends basieren, orientiert, drei Themen herausgepickt und an die Mode angedockt. Herausgekommen sind die Schwerpunkte „just chrys & colors“, „kitchen, herbs & friends“ und „fashion & friends“. Upcycling und ein Crossover von Materialien lassen die Blumen in einem neuen Licht erscheinen.

Was ist in diesem Jahr das Besondere?

Dass überall Do-it-yourself (DIY) mitspielt – Stichwort Upcycling bei Gefäßen wie Dosen oder auch PET-Flaschen. So sind dann teilweise richtige Objekte entstanden – Hingucker für die Kunden! Die Floristik, die der Kunde heute wünscht, ist meist: möglichst wenig Grün, möglichst wenig Beiwerk, möglichst nur die Blume. Das haben wir auch in der aktuellen „just chrys“-Kollektion berücksichtigt.

Können oder sollten auch Gärtnereien die Chrysantheme mehr darstellen?

Ja klar sollte die Chrysantheme auch in Gärtnereien ein Thema sein. Es gibt neben den Schnittblumen auch wunderschöne Topf-Chrysanthemen. Die Farben sind auch hier sehr vielfältig, sodass man sie auch als Frühlings- und Sommerblume anbieten kann. Ich denke, die Chrysantheme kann in allen Bereichen in der ersten Liga spielen – Schnitt wie Topf, indoor wie outdoor.

Das komplette Interview mit Floristmeister Manfred Hoffmann zur „Trendblume“ Chrysantheme lesen Sie in der TASPO 12/2016.