Grüne Branche

CLB und ALB: haben Behörden versagt?

Sehr aktiv setzen sich die zuständigen Stellen einiger EU-Mitgliedsländer derzeit für Maßnahmen ein, die einer Einfuhr des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) Anoplophora glabripennis vorbeugen. Henk Bleker, Staatssekretär des niederländischen Landwirtschaftsministeriums, forderte erst Anfang dieser Woche gegenüber der zuständigen EU-Kommission strengere Anforderungen an Verpackungsmaterial aus China. 

Es müsse bessere Garantien geben, dass Verpackungsmaterial vor dem Import aus China gegen Bockkäfer behandelt werde. Der ALB wird im Gegensatz zum Citrusbockkäfer (CLB) Anoplophora chinensis nicht nur über befallene, lebende Pflanzen, sondern beispielsweise auch über hölzernes Verpackungsmaterial eingeführt und verursachte gerade jüngst im Stadtgebiet von Bonn eine Rodung von mehr als 300 Acer (wir berichteten in der TASPO 36/12).

Gemeinsam mit den anderen EU-Mitgliedsstaaten müssten Maßnahmen ergriffen werden, um das Risiko zu minimieren, forderte Bleker auch im Rahmen der jüngsten Konferenz der EU-Landwirtschaftsminister. Sollte sich die aktuelle Situation nicht schnell verbessern, hält Bleker auch nationale Maßnahmen für denkbar.

Für den Staatssekretär sind jüngste Funde des Asiatischen Laubholzbockkäfers, unter anderem auch in den niederländischen Orten Winterswijk und Farmsum, der aktuelle Fund eines Citrusbockkäfers in Deutschland in einem Import aus den Niederlanden sowie das Auffinden von Apriona germari in Verpackungsmaterial bei Kontrollen in Rotterdam ein eindeutiges Zeichen dafür, dass Verpackungsmaterial in China nicht gegen diese Käfer behandelt wurde. Auch bundesdeutsche Behörden wie das Julius-Kühn-Institut (JKI) und das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) sind hier bereits seit Längerem aktiv. (kla)

Mehr dazu in der aktuellen TASPO Ausgabe 39, die morgen erscheint.