Grüne Branche

CO2-Footprint: Berechnung der Logistik

Bis jetzt gibt es wenige wissenschaftliche Studien, die sich mit der Klimabewertung von variablen Transport- und Lagerungsprozessen entlang der gartenbaulichen Lieferketten befassen. Das Ziel eines aktuellen Forschungsvorhabens an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ist die Entwicklung eines Berechnungsmodells zur Bewertung der Klimaleistung relevanter gartenbaulicher Logistikketten unter Verwendung des Product Carbon Footprint (PCF).

Der CO2-Fußabdruck dient der Klimabewertung von variablen Transport- und Lagerungsprozessen entlang der gartenbaulichen Lieferketten. Foto: Fotolia

Das Berechnungsmodell bildet die Struktur der Logistikketten im regionalen und überregionalen Lebensmittelgroß- beziehungsweise -einzelhandel sowie die logistischen Dienstleistungen zwischen den einzelnen Stufen der gärtnerischen Lieferketten ab. Auch variable Faktoren wie beispielsweise die Auslastung des Lkw und Leerfahrtenanteile fließen in die CO2-Berechnungen ein.

Bei den Berechnungen der Treibhausgasemissionen (THG) zeigte die Studie, dass sich die Genauigkeit der THG-Bewertung beziehungsweise des Dieselverbrauches unter Verwendung transportspezifischer Daten mit hohem Detaillierungsgrad um 18 bis 26 Prozent erhöhen lässt.

Die Berechnungen ergaben beispielsweise, dass bei hügeliger Topographie die THG-Emissionen 13 bis 16 Prozent höher ausfallen als in flachen Regionen. Um den Stromverbrauch für einzelne Produkte im Lager besser zuordnen zu können, entwickelt das Forschungsvorhaben zudem gerade ein Berechnungsmodul, das den Energieaufwand bei Kühl- und Lagerungsprozessen ermittelt.

Im Endeffekt soll sich durch das Modell der Anteil der Logistik am gesamten Produkt-CO2-Fußabdruck für die gartenbaulichen Wertschöpfungsketten abschätzen lassen. (ts)