Grüne Branche

CO2-Fußabdruck: Gartenbau erste Branche mit eigener Berechnungsgröße

Der CO2-Fußabdruck (Product Carbon Footprint, kurz PCF) steht schon seit einiger Zeit im Fokus. Auch für Gartenbauprodukte wurden bereits einige dieser Bilanzen europaweit erstellt. Das komplexe System der gartenbaulichen Produktion brachte bei der praktischen Berechnung allerdings immer wieder Unsicherheiten mit sich. Diese sollen nun mit dem ersten branchenspezifischen Standard, dem PAS 2050–1 Horticulture, weitgehend ausgeschaltet werden. 

Der PAS 2050–1 Horticulture wurde von einem europäischen Expertengremium aus dem Bereich der PCF-Berechnung von Gartenbauprodukten unter der Führung des British Standards Institution (BSI) erarbeitet und in diesem Frühjahr veröffentlicht. Insgesamt arbeiteten an dem Standard 16 Experten aus sieben europäischen Ländern (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Spanien, den Niederlanden und Großbritannien).

Im November 2011 wurde ein erster Entwurf zur Diskussion gestellt, der vor allem von Experten gesichtet und intensiv kommentiert wurde. Die Kommentare wurden nach Beratungen in der Lenkungsgruppe eingearbeitet, sofern diese Sinn machten. Am 21. März 2012 wurde die endgültige Version des PAS 2050–1:2012 „Assessment of life cycle greenhouse gas emissions from horticultural products“ auf der Seite des BSI zum Download für die Öffentlichkeit bereitgestellt. Seither hat der Gartenbau als die erste Branche überhaupt einen spezifischen Standard zur Berechnung des CO2-Fußabdruckes, der den individuellen Anforderungen der gartenbaulichen Produktion Rechnung trägt.

Somit ist der Gartenbau mithilfe dieses Instrumentes gut gerüstet, politischen Diskussionen, die das Emissionsmonitoring betreffen, vorbereitet gegenüberzustehen. Im Gegenteil, der gärtnerische Berufsstand ist hiermit in der Lage, relativ rasch und methodisch fundiert, Zahlen und Fakten zu liefern, die innerhalb der Branche möglichst hohe Vergleichbarkeit erlauben. (Paul Lampert, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Wissenschaftszentrum Straubing)

Mehr zum Thema CO2-Fußabdruck und dem PAS 2050-1 Horticulture lesen Sie in der aktuellen TASPO Ausgabe 39/12.