Grüne Branche

„Cold Water Challenge“-Welle schwappt jetzt auch über den Gartenbau

Das „Cold Water Challenge“-Fieber breitet sich weiter in Deutschland aus. Die Idee dabei ist, dass sich Vereine oder Betriebe gegenseitig zu witzig-spektakulären Aktionen mit kaltem Wasser herausfordern und das Ganze auf Video verewigen. Jetzt hat die Welle auch den Gartenbau erfasst. 

Der Beitrag von Gartenbau Greiving, bei dem sich das Team kollektiv nass macht. Screenshot

Als einer der ersten Betriebe aus der grünen Branche hat sich Gartenbau Greiving (Wietmarschen-Lohne) im Rahmen der „Cold Water Challenge 2014“ jetzt nass gemacht und von seiner Aktion einen Videoclip auf YouTube veröffentlicht. Am Ende des Clips werden drei weitere Unternehmen aus der PlusPlants-Gruppe nominiert, die jeweils 48 Stunden Zeit hatten, einen ähnlich feucht-fröhlichen Beitrag auf die Beine zu stellen. Als erstes auf die Herausforderung reagiert hat Rieke Blumen (Hopsten), deren Idee ebenfalls auf YouTube zu sehen ist.

Während bei solchen Aktionen vor allem der Spaß im Vordergrund steht und Nominierte, die ihre Challenge nicht bestehen, eine Grillparty veranstalten müssen, wurde die „Cold Water Challenge“ in Deutschland ursprünglich für den guten Zweck gestartet. Als Erste riefen sich hierzulande Feuerwehren zu nassen Herausforderungen auf, um Spenden für den Hilfsverein „Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder“ zu sammeln. Mehr als 56.000 Euro sind so inzwischen bei Paulinchen eingegangen. Alle Nominierungen und Videos werden übrigens vom Online-Magazin New-facts.eu gesammelt.

Inzwischen steht die „Cold Water Challenge“ jedoch auch in der Kritik. So sieht einem Bericht des Feuerwehr-Magazins zufolge etwa die Hanseatische Feuerwehrunfallkasse (HFUK) Nord bei den nassen Aktionen ein stark erhöhtes Gefährdungspotenzial und nennt als Beispiel den Beitrag einer Berliner Feuerwehr, bei der ein Feuerwehrmann von zwei Seiten mit Vollstrahl bespritzt wird. Folglich wies die HFUK ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei den Challenges nicht um Pflichtaufgaben der Feuerwehren handeln würde, also auch kein dienstlicher Versicherungsschutz bestünde.

Am 29. Juli forderte die „Cold Water Challenge“ sogar ein Todesopfer, als die Aktion eines Kegelclubs in Isselburg tragisch aus dem Ruder lief. Wie die WAZ berichtet, sollten aus der Baggerschaufel eines Radladers 2.000 Liter Wasser auf die Mitglieder eines Kegelklubs prasseln. Doch der Radlader kippte nach vorn und stürzte in die Keglertruppe. Laut WAZ kam für einen 34-jährigen Familienvater jede Hilfe zu spät. Fünf weitere Männer im Alter von 32 bis 39 Jahren mussten mit zum Teil schweren Verletzungen in Kliniken gebracht werden. (ds)