Grüne Branche

Corona-bedingte Marktkrise: Ist das Schlimmste vorbei?

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Seine Sommer-Generalversammlung führte der Europäische Baumschulverband ENA (European Nurserystock Association) in diesem Jahr erstmals online durch, anstatt wie geplant in Bayern zu tagen. Wie die ENA zu dem virtuellen Treffen berichtet, waren die Folgen der Corona-Krise, die Marktsituation, Werbekampagnen sowie die Wahlen zur Verbandsspitze die wichtigsten Themen.

Diesmal nur online: das ENA-Sommer-Meeting. Foto: ENA

Finanzielle Unterstützung aus EU-Fonds „Next Generation“

ENA-Vizepräsident Henk Raaijmakers erläuterte den Angaben zufolge die seit März dieses Jahres laufenden kontinuierlichen Beobachtungen der Auswirkungen auf die Pflanzenmärkte durch ENA-Mitglieder und die Interaktion mit der EU-Kommission. „Die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie Areflh, Union Fleurs und Copa-Cogeca war eine der positiven Nebenwirkungen dieser Krise“, so Raaijmakers. Er ermutigte die ENA-Mitgliedsorganisationen, sich auf nationaler Ebene um finanzielle Unterstützung aus dem EU-Fonds „Next Generation“ in Höhe von 750 Milliarden Euro zu bemühen.

Zudem begrüßter er die zusätzlichen Aufrufe, Vorschläge für Werbeprogramme einzureichen, die die Europäische Kommission gerade gestartet hat und die dem Sektor Lebendes Grün 2021 zugutekommen könnten. Raaijmakers bot allen Mitgliedern die Erfahrung und das Wissen der ENA an, um die Werbevorschläge zu koordinieren oder sie dabei zu unterstützen.

ENA-Präsident ermutigt Baumschulen, in der Krise nicht aufzugeben

ENA-Präsident Jan-Dieter Bruns führte durch die Analyse der Marktsituation in den an dem Treffen teilnehmenden Ländern. Obwohl der Sektor aufgrund der vollständigen oder teilweisen Schließung von Betrieben infolge der Corona-Pandemie in mehreren Ländern einige wirklich schwierige Wochen oder Monate hatte, bestätigten die Delegierten eine sich verbessernde Situation. Mit seinem laut ENA unerschütterlichen Optimismus ermutigte Bruns die europäischen Baumschul-Inhaber und -Leiter, in diesen schweren Zeiten nicht aufzugeben, insbesondere nicht in Ländern mit größeren Schwierigkeiten. Er prognostizierte, dass das Schlimmste der durch Covid-19 verursachten Marktkrise nun vorbei sei und zeigte sich zuversichtlich, dass in der nächsten Verkaufssaison der Pflanzenverbrauch in den meisten europäischen Ländern steigen werde.

Europaweites Programm für europäische Baumschul-Erzeugnisse

Begeistert zeigte sich Bruns der ENA zufolge von dem Promotionsvorschlag „Mehr grüne Städte für Europa“. Die ENA-Mitgliedsorganisationen aus 13 Ländern wollten sich an der dreijährigen Werbekampagne beteiligen und diese finanzieren, wenn sie von der Exekutivagentur CHAFEA der Europäischen Kommission genehmigt wird. „Es handelt sich um ein sehr ehrgeiziges Werbeprojekt, das in 13 EU-Ländern durchgeführt werden soll. Es ist somit ein wirklich europaweites Programm für europäische Baumschul-Erzeugnisse, das sich darauf fokussiert, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass die Verwendung von grünen Zierpflanzen in öffentlichen urbanen Außenräumen viele gute Auswirkungen auf Aspekte wie Luft und Klima, Natur, Nachhaltigkeit und Wohlbefinden hat“, so Bruns. Die B2B-Strategie sei eine Fortsetzung des aktuellen, von der CHAFEA finanzierten Förderprojekts „Green Cities for a Sustainable Europe“, das im Dezember 2020 ausläuft.

Auf der Tagesordnung stand auch das auslaufende Mandat des derzeitigen ENA-Vorstandes vor dem Hintergrund der unvorhergesehenen Umstände durch die Covid-19-Pandemie. Die Generalversammlung stimmte der Wiederwahl von Jan-Dieter Bruns als Präsident, Henk Raaijmakers als Vizepräsident und Willy De Nolf als Schatzmeister der ENA zu.

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