Grüne Branche

Corona-Pandemie: Neue Wege in der Krise entdecken

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Die bundesweite Wiedereröffnung grüner Fachgeschäfte könnte ein Silberstreif am Horizont für viele Betriebe sein. Wir sprachen mit der Präsidentin des Landesverbands Gartenbau Nordrhein-Westfalen, Eva Kähler-Theuerkauf über Probleme, Entwicklungen und Perspektiven für den Zierpflanzenbau in der Corona-Krise.

„Jede Krise hat irgendwann einen neuen Anfang“, sagt Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Landesverbands Gartenbau Nordrhein-Westfalen. Foto: privat

Wie hat sich die Situation der Zierpflanzen-Betriebe entwickelt?

Es war eine Herausforderung, mit der niemand gerechnet hat. Im Januar auf der IPM waren wir alle noch guter Hoffnung. Wir waren in den Startlöchern in ein gutes Jahr 2020. Und dann kam dieses Szenario, das sich niemand in den schlimmsten Albträumen hätte vorstellen können.

Inwieweit zeichnen sich jetzt schon Lehren ab, die man aus der Krise ziehen kann?

Was uns bis ins Mark getroffen hat, ist, wie schnell der Markt durch die globale Vernetzung zusammengebrochen ist. Vielen Menschen ist jetzt erst bewusst geworden, was es heißt, von Transportwegen abgeschnitten zu sein und plötzlich mit Beschränkungen zu leben, über die vorher noch nie jemand nachgedacht hat. Jetzt geht man mit einem ganz anderen Bewusstsein heran, weil man nun weiß, wie verletzlich dieses System ist. Das ist ein Bereich, in dem wir uns zukünftig breiter aufstellen müssen – denn Vermarktungswege sind das A und O, und das Geschäft läuft nur, wenn Vermarktungswege da sind.

Haben sich aus dieser Krise auch Möglichkeiten der Entwicklung ergeben?

Das, was geschehen ist, war kein Warnschuss mehr, sondern eine echte Zerreißprobe für alle. Aber jede Krise hat irgendwann einen neuen Anfang. Einen innovativen Start in etwas Neues. So auch im Gartenbau. Jeder Gärtner hat versucht, seinen eigenen Weg zu gehen, um den Herausforderungen dieser Zeit zu begegnen.

Inwiefern zum Beispiel?

Viele Betriebe haben neue Wege ausprobiert, um ihre Produkte an den Verbraucher zu bringen. Viele nutzen die Sozialen Medien wie Facebook. Ich habe allerdings auch gesehen, wie einige – vor allem kleinere – Betriebe ihre Ware vor die Türen stellen, ohne Kassierer, ohne jemanden, der kontrolliert. Neben den Waren steht dann beispielsweise ein Schild auf dem steht „Zahlen Sie per PayPal“ oder es gibt eine provisorische Kasse. Das zeigt auch, dass ein unglaubliches Vertrauen in die Menschen gesetzt wird. Ich bin von dieser Innovation, die dort draußen gezeigt wird, begeistert. Wir schaffen es zwar nicht, die bereits entstandenen Verluste zu kompensieren, aber wir wissen jetzt, dass wir gut darin sind, Krisen zu meistern.

Das komplette Interview mit Eva Kähler-Theuerkauf lesen Sie in der TASPO 18/2020, die in unserem Online-Shop abrufbar ist. Darin spricht die Präsidentin des Gartenbau-Verbands NRW unter anderem darüber, wie sich die finanzielle Situation der Branche entwickelt hat und weshalb der niederländische Notfallfonds für den Gartenbau für deutsche Betriebe der Grünen Branche zum Problem werden könnte.

Weitere Meldungen zur Corona-Krise finden Sie unter dem Newstag „Coronavirus“.

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