Grüne Branche

Corona-Zwischenbilanz: Mehrkosten müssen kompensiert werden

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Eine Zwischenbilanz zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie hat Landgard jetzt gezogen. Auch die Erzeugergenossenschaft und ihre Mitgliedsbetriebe wurden von den Vorschriften im Zuge des Lockdowns zum Teil schwer getroffen, teilt der Vorstand mit. Und noch sei nicht abzuschätzen, welche Herausforderungen die Krise in den kommenden Monaten noch bringen werde.

Landgard unternimmt nach eigenen Angaben alles, um die Warenversorgung mit Blumen, Pflanzen, Obst und Gemüse auch während der Corona-Krise entlang der gesamten Lieferkette sicherzustellen. Foto: Gabriele Friedrich

Landgard setzt bereits im Februar Präventionsteam Coronavirus ein

Bereits Ende Februar hatte Landgard nach eigenen Angaben ein Präventionsteam Coronavirus gegründet, um in enger Abstimmung mit dem Vorstand und den operativen Bereichen wichtige Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und zur Sicherung des Geschäftsbetriebs zu koordinieren. Knapp einen Monat später kam dann der sogenannte „Lockdown“ zur Eindämmung der Corona-Pandemie, womit sich die Lage auch für die Erzeugergenossenschaft verschärft habe.

„Vorschriften wie beispielsweise die Schließung von Blumenfachgeschäften und Baumärkten in einigen Regionen und Bundesländern haben uns und unsere Mitgliedsbetriebe zum Teil schwer getroffen“, berichtet Carsten Bönig, Vorstand der Landgard eG. Um noch schneller und umfassender reagieren zu können, habe das Unternehmen sein Präventionsteam Coronavirus deshalb in ein unternehmensweites Krisenteam mit den drei Vorstandsmitgliedern – Carsten Bönig, Dirk Bader und Labinot Elshani – als oberste Krisenmanager überführt.

In diesem Gremium wurden Landgard zufolge unter anderem Notfallpläne erarbeitet, um die Geschäftstätigkeit und Warenversorgung unter verschiedenen denkbaren Szenarien sicherzustellen. Wichtig sei außerdem der „bestmögliche Schutz aller Kollegen vor einer Ansteckung mit dem Virus“, erklärt das Unternehmen. So wurde beispielsweise am 27. April eine Maskenpflicht in allen stark frequentierten Bereichen wie etwa den Cash & Carry Märkten eingeführt, in denen der einzuhaltende Mindestabstand von 1,5 Metern im Arbeitsablauf nicht immer gewährleistet ist.

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Sparten Blumen & Pflanzen / Obst & Gemüse

Unter dem Einfluss der je nach Bundesland unterschiedlichen Vorschriften zur Eindämmung des Coronavirus stand vor allem das Ostergeschäft mit Blumen und Pflanzen, wie Landgard erklärt. In der Woche vor Ostern war deren Absatz den Angaben zufolge um mehr als 70 Prozent niedriger als im Vorjahr, die Öffnungszeiten der Cash & Carry Märkte wurden stark reduziert. Die Osterwoche selbst habe dann einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Blumen und Pflanzen gebracht – unter anderem, weil in vielen Bundesländern Blumengeschäfte, Floristen sowie Bau- und Gartenmärkte weiterhin beziehungsweise wieder öffnen konnten, so das Resümee von Landgard.

Von den behördlich verfügten Geschäftsschließungen nicht betroffen waren die Cash & Carry Märkte der Erzeugergenossenschaft sowie die Filialen von Trendways und Bloomways im Bundesgebiet. In Wien dagegen blieb der Cash & Carry Markt sowie die Bloomways Filiale aufgrund der österreichischen Corona-Verordnungen insgesamt vier Wochen lang geschlossen. „Um der wieder gestiegenen Nachfrage gerecht werden zu können und den Kunden ihren Einkauf zu erleichtern, haben wir die Öffnungszeiten der Cash & Carry Märkte inzwischen wieder ausgedehnt und die Märkte öffnen auch samstags wieder an fast allen Standorten. Wir bieten unseren Kunden in einer Woche mit sechs Verkaufstagen und durchschnittlich 40 Stunden die Möglichkeit, frische Blumen und Pflanzen zu kaufen. Hier werden wir auch weiterhin flexibel auf die Entwicklung reagieren und die Öffnungszeiten entsprechend anpassen“, so Dirk Bader, Vorstand der Landgard eG.

Als eine „wichtige Entscheidung im Interesse der Mitgliedsbetriebe der Erzeugergenossenschaft, der gesamten Grünen Branche in Deutschland und der Sicherstellung der Versorgungssicherheit mit Obst, Gemüse, Blumen und Pflanzen“ bezeichnet Landgard den Anfang April getroffenen Entschluss, ausländischen Saisonarbeitern in festgelegter Anzahl und unter Beachtung strenger hygienischer Anforderungen die Einreise in die Bundesrepublik zu ermöglichen – auch wenn hiermit deutlich höhere zusätzliche organisatorische Aufwendungen und zusätzliche Kosten für die Betriebsleiter verbunden seien. Diese Mehrkosten müssten zwangsläufig durch höhere Preise kompensiert werden. Unabhängig davon werden „jeweils 40.000 Saisonarbeiter im April und Mai aber wahrscheinlich nicht reichen, um drohende Ernteausfälle im gesamten Anbaujahr 2020 gänzlich zu verhindern“, befürchtet Labinot Elshani, Vorstand der Landgard eG.

„Risiken durch das Coronavirus werden uns in den kommenden Monaten weiter begleiten“

Nach den jüngst erfolgten ersten Lockerungen der bundesweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, ruhen die Hoffnungen der Erzeugergenossenschaft nun darauf, „dass dies nur der Auftakt für weitere Lockerungen in den kommenden Wochen war und der Weg zurück in die uns allen vertraute Normalität jetzt klarer und kürzer ist als zunächst gedacht“, so Carsten Bönig. „Im Einklang mit der Einschätzung der Bundesregierung geht Landgard aber weiterhin davon aus, dass uns die Risiken durch das Coronavirus auch in den kommenden Monaten weiter begleiten und unser privates und berufliches Leben maßgeblich bestimmen werden. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzuschätzen, vor welche Herausforderungen wir noch gestellt werden.“ Landgard setze aber weiterhin alles daran, die Warenversorgung trotz höherer Kosten entlang der gesamten Lieferkette sicherzustellen.

Weitere Meldungen zur Corona-Krise finden Sie unter dem Newstag „Coronavirus“.

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