Grüne Branche

Dank Filiale im LEH: „Gärtnern macht wieder Spaß“

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Immer mehr grüne Einzelhandelsbetriebe schaffen sich ein zweites Standbein im Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Ein Weg, der sehr erfolgreich sein kann, wie die Erfahrungsberichte vieler Betriebe zeigen. Auch Dirk Klefer von Blumen Klefer im niedersächsischen Apen, der bereits seit elf Jahren eine Filiale in einem nahe gelegenen Edeka-Markt führt, sieht darin viele Vorteile.

„Man muss keinerlei Werbung machen – die Kunden sind sowieso da, vor allem auch an verkaufsstarken Tagen vor Ostern oder Weihnachten“, weiß Klefer. Die Kundenzahlen im Edeka seien in den vergangenen Jahren „explodiert“, attraktive Ware werde quasi im Vorbeigehen mitgenommen.

Impulskauf funktioniert in Filiale viel besser

„Der Impulskauf funktioniert dort viel besser als im eigenen Geschäft“, sagt er. So seien beispielsweise zwei CC-Container Ampeln zum Saisonauftakt im Mai innerhalb eines Samstags komplett verkauft. „Wenn die Ware gut aussieht, das Wetter gut ist, dann verkauft sich so etwas bei gleichen Preisen wie in unserer Einzelhandelsgärtnerei im Edeka viel schneller.“

Mittlerweile produzierte der Betrieb auch eigene Ware ausschließlich für den Edeka-Verkauf, wie beispielsweise kleinere Ampeln mit einer Dreierbepflanzung, zu einem günstigeren Preis, aber mit gleichem Preis-Leistungs-Verhältnis wie im Stammbetrieb. Seine Erfahrung sei, dass Kunden im Edeka solche Ware gerne mal als kleines spontanes Geschenk mitnähmen. „Optimal ist, wenn der Verkaufspreis unter zehn Euro liegt“, so Klefer. „Gärtnern macht so mal wieder richtig Spaß“, lacht er angesichts der guten Verkaufszahlen der Filiale.

Pflanzenangebote von Edeka keine große Konkurrenz

Auf die Idee gekommen, extra für Edeka Produziertes zu verkaufen, sind Klefers eher durch Zufall, als dem Lebensmittelhändler ein Lieferant ausfiel. Sie sprangen mit schnell zusammengepflanzten Sommerblumenampeln ein – das lief so gut, dass die Gärtnerei einen ganzen Tag damit beschäftigt war, Ampeln nachzupflanzen. „Edeka-Pflanzenangebote kommen immer öfter in nicht so guten Qualitäten – das merken die Kunden auch“, sieht Klefer einen deutlichen Pluspunkt für sich. Was von extern für Edeka geliefert werde, seien meist eh nur recht kleine Mengen – keine große Konkurrenz zu Klefers Angebot in Sichtlinie zum Kassenbereich.

Klefers haben die Filiale damals erst nach eigenen Testkäufen übernommen. Mit dem Einzelhandelsunternehmen gibt es klare Vereinbarungen: Klefer darf in seiner Filiale weder Erden noch Dünger anbieten, sonst drohen ihm Vertragsstrafen. Edeka hingegen darf durchaus Blumen und Pflanzen anbieten – was Klefer, wie gesagt, keine Probleme bereitet. Abgerechnet wird über eine eigene Kasse – dafür zahlen Klefers zur Miete noch jährlich abgerechnete Umsatzanteile an Edeka.

Filiale als risikoarmes Standbein

Der Vertrag mit Edeka verlängert sich jährlich mit halbjährlicher Kündigungsfrist. „Wir profitieren beide davon: Es ist eine sinnvolle, profitbringende Beziehung. Auch wir ziehen durch unser Angebot ja Kunden in den Markt. Und die Miete ist recht hoch, sodass es kaum andere Interessenten geben dürfte“, sagt der Gärtner. Klefer sieht somit in der Filiale ein recht sicheres, risikoarmes Standbein.

Für ihn ein äußerst wichtiger Punkt: Durch die Filiale genießt Blumen Klefer große Einkaufsvorteile, da das Unternehmen damit über Mindestbestellgrenzen und Frachtkostenfreigrenzen kommt, was auch den Einkauf für die Ware im Stammbetrieb wiederum günstiger macht und Verhandlungsspielräume eröffnet. „Das ist top für den Einkauf – beispielsweise auch im Bereich Glas und Keramik.“

Klefer macht ein Drittel seines Umsatzes im Edeka-Markt

Die Filiale im Edeka macht für Klefers mittlerweile ein knappes Umsatzdrittel des Unternehmens aus – was Klefer ermutigt, durchaus auch über weitere Standorte nachzudenken. Das käme aber nur infrage, wenn auch die nächste Filiale in unmittelbarer Umgebung läge und somit von ihm selbst jederzeit kontrollier- und belieferbar wäre. Und wenn er im Vorfeld entsprechende, passende Fachkräfte dafür fände, die das Ganze fachkundig bewerkstelligen könnten.