Grüne Branche

Das Ausgangsmaterial ist ein begrenzender Faktor beim Anbau von Topfphalaenopsis

Während bei anderen Orchideen der Markt eher ruhig verläuft, gab es bei Topf-Phalaenopsis in den letzten Jahren einen geradezu phänomenalen Aufschwung. Als begrenzenden Faktor für die weitere Entwicklung des Phalaenopsis-Marktes hob das Blumenbüro Holland jetzt aber das knappe Angebot an Ausgangsmaterial hervor. Immer wieder verkündeten Marktexperten, im nächsten Jahr werde der Höhenflug der Topforchidee ein Ende haben. Das Gegenteil ist eingetreten. An den niederländischen Blumenveilingen steigen bei Topfphalaenopsis die Mengen und Preise vorerst weiter. Im ersten Halbjahr 2006 wurden ein Viertel mehr Phalaenopsis als im gleichen Vorjahreszeitaum gehandelt. Der Durchschnittspreis betrug 5,06 Euro, dies waren 14 Cent mehr als im gleichen Zeitraum 2005. Bis zum nächsten Jahr kommen in den Niederlanden als wichtigstem Produktionsland für Phalaenopsis noch rund 30 Hektar Kulturflächen hinzu. Damit - so der Hinweis des Blumenbüro Holland - betrage das gesamte Topfphalaenopsis-Produktionsareal dann rund 145 Hektar. Doch sei ein Problem entstanden, denn die Lieferanten von Ausgangmaterial für die Phalaenopsis-Kultur seien bis zum Jahr 2008 ausverkauft. Da Phalaenopsis eine langsam wachsende Pflanze ist, lasse sich die steigende Nachfrage nicht im Handumdrehen erfüllen. Einige Produzenten würden Ausgangsmaterial in Ländern wie Taiwan, Thailand und China zu kaufen versuchen. Dies sei jedoch risikoreich. Viele Arten aus diesen Gebieten kämen mit dem kälteren Klima Nordwesteuropas nicht zurecht. Dazu sei mit Viruserkrankungen im Pflanzenmaterial zu rechnen. Dass das Ausgangmaterials so knapp ist, habe auch eine gute Seite. Es vermeide Marktschwemmen: "Neueinsteiger müssen bis 2008 warten, bis sie an der Reihe sind!".