Grüne Branche

Das Eschensterben dringt weiter vor

Auf eine in Deutschland neue gefährliche Pilzkrankheit bei Eschen (Fraxinus), die sich immer weiter ausbreitet, wies auf der BdB-Wintertagung in Goslar Bernd Schrader vom Fachausschuss Landschafts- und Wildgehölze hin. Diese Pilzkrankheit mit dem Erreger Chalara fraxinea kommt inzwischen in Polen, Skandinavien, speziell Schweden und Dänemark, vor und breitet sich langsam immer weiter in Richtung Deutschland aus. Die Pilzkrankheit trete an allen Formen von Eschen auf, von Jungpflanzen und verschulter Ware bis hin zu Alleebäumen und in der freien Landschaft. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat laut Schrader vor diesem Hintergrund die Eschen schon aus jeglicher Förderung im Aufforstungsbereich herausgenommen. Die anderen Bundesländer hätten sich mit diesem Problem allerdings noch viel zu wenig beschäftigt. Wie ernst die Krankheit für die Produktionsseite zu nehmen ist, zeigten den Angaben zufolge die hohen Ausfälle im vergangenen Jahr von bis zu 90 Prozent beim Auftreten der Krankheit. Wie Dr. Jörg Schumacher vom Julius Kühn-Institut - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI) gegenüber der TASPO ausführte, gibt es zu dem noch ungenügend erforschten Eschensterben ein Pilotprojekt mit Baumschulen. Dabei würden Befallsproben entgegengenommen und analysiert, Gewebeuntersuchungen zur Ausbreitung vorgenommen und Fungizide getestet. Ungeklärt sei die Ausbreitung und noch vieles zur Biologie von Chalara fraxinea, der zu den gefährlichen gefäßparasitären Pilzerregern gehört. Außerdem ist noch offen, inwieweit beim Eschensterben auch abiotische Faktoren eine Rolle spielen. Nach dem 2007 der Erstnachweis des Erregers in Deutschland erfolgte ist er inzwischen in die Alert-Liste der Pflanzenschutzorganisation EPPO der europäischen und Mittelmeer-Länder aufgenommen. Ernst nimmt der Fachausschuss Landschafts- und Wildgehölze auch das Thema Verticillium-Welke speziell im Unterlagenbereich bei Acer platanoides. Für Jungpflanzenproduzenten gelte es auch auf diese Krankheit verstärkt zu achten.