Das Friedhofsmuseum und die historischen Friedhöfe von Tula

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Virtueller Rundgang über den Allerheiligen-Friedhof in Tula auf der Website des Museums Tula Nekropolis. Foto: Tula Nekropolis Museum

Kennen Sie Tula in Russland? Ja? Ich kannte diese Stadt bis vor zwei Jahren noch nicht. Aber das hat sich in der Zwischenzeit geändert. Alles begann mit einer Mail. Was sich daraus entwickelte? Lesen Sie hier selbst.

Die Mail enthielt die Frage, ob Interesse an einem Austausch von Ausstellungen zwischen dem Ohlsdorfer Friedhof und dem Museum „Tula Nekropolis“ bestünde. Ich leitete die Anfrage an die Friedhofsverwaltung weiter. Dann brach der Kontakt ab. Monate später meldete sich das Museum erneut. Langsam kam ein Gespräch in Gang und die Hoffnung scheint realistisch, dass in diesem oder im nächsten Jahr Bilder von den historischen Grabmalen aus Tula in Hamburg zu sehen sein werden, während im Museum in Tula Bilder aus Ohlsdorf hängen. Hier aber soll darauf schon einmal ein kleiner Vorgeschmack gegeben werden.

Tula liegt knapp zweihundert Kilometer südlich von Moskau und ist heute das Verwaltungszentrum seines Bezirkes. Die Stadt hat eine lange Geschichte. Ihr Name wird im Jahr 1146 zum ersten Mal erwähnt. Berühmt ist sie als ein Zentrum der russischen Rüstungsindustrie. Das hat seine historischen Wurzeln: Bereits im 16. Jahrhundert entwickelte sich aufgrund des reichen Eisenerzvorkommens in der Umgebung von Tula die Metallverarbeitung. Eisenschmiede produzierten neben Alltagsgegenständen bald auch Gewehre und diese wurden in ganz Russland bekannt. 1595 gründeten die Schmiede nahe der Stadt eine eigene Handwerkersiedlung. Zugleich erteilte Zar Fjodor I. ein Privileg, das sie nicht nur von der Steuerzahlung befreite, sondern auch gegen Übergriffe der örtlichen Obrigkeit absicherte. Lesen Sie mehr dazu in der Juni-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 28.

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