Grüne Branche

„Das Frühjahr wird uns wohl überrollen“

Auf der IPM im Gespräch mit den Rosenzüchtern
Bei Rosen gibt es einen „Investitionsstau“ der Endverbraucher. Weil Gartenrosen letztes Jahr witterungsbedingt knapp waren, dürfte den Rosenmarkt zu Abverkaufsbeginn nun die Kombination von normalem Saisongeschäft und Nachholbedarf treffen. „Der späte Frost letztes Jahr hat den Markt belebt“, hieß es unisono bei den relevanten Züchterhäusern auf der IPM.

Rosen waren 2012 knapp im Markt. Der späte Frost hatte für Produktionsausfälle gesorgt, die im Handel bald ihre Wirkung zeigten. Otto Hartlieb, Kordes Rosen: „2012 ist überall gut gelaufen. Die Witterung hat da kräftig mitgeholfen. Der Markt ist stabil, Rosen sind knapp. Daher gibt es derzeit auch kein Hauen und Stechen. Jeder hat seine Bereiche, jede Marke ist positioniert.“ Armin Eßer, BKN: „Im Mai/Juni war der Markt weitgehend leer gefegt.“

Siegfried Karlin, RosenUnion bemerkte, dass die Ausfälle allerdings für bessere Qualitäten aus weiterem Stand gesorgt hätten. Im eigenen Hause sei man insofern „breit aufgestellt“, weil die Ernte in verschiedenen Regionen erfolge. Die weißen und hellen Sorten hätten beim Frost besonders gelitten und seien momentan „besonders knapp“. Aufgrund größerer Nachfrage, so Karlin weiter, waren zuletzt „Preiserhöhungen durchsetzbar, weil der Markt mehr oder weniger umsatzstabil“ sei. Das Preisplus hätte auch die Containerrosen betroffen, „was auch notwendig war“, so der Steinfurther.

Die Marktlage 2013
Für 2013 rechnet die Rosenbranche mit einem lebhaften Frühjahrsabsatz. Armin Eßer: „Das wird ein gutes Frühjahr, wie letztes Jahr. Weil obendrein im Herbst niemand mehr Rosen pflanzt, rechnen wir damit, dass der geschobene Bedarf aus 2012 plus der neue aus 2013 den Markt überrollen wird. Das bestätigt sich anhand der uns bereits vorliegenden Ordermengen. Hier sieht man, dass kein Einkäufer mehr pokert, sondern zurzeit ganz klar auf Liefersicherheit setzt.“

Wichtiges zur Vermarktung
Zusammen mit den beiden neuen Rosengruppen „Duftwolken“ und „Starlet“ von Rosen Tantau wird der Rosenmarkt im Facheinzelhandel immer stärker von solchen Gruppen geprägt. Der Handel aber vermarktet Gartenrosen weitestgehend noch nach Maßgabe der alten Rosenklassen. Dabei wären Rosengruppen mit ihrer klaren Sortenpolitik ein elegantes Tool der Consumer-Lenkung am POS: Diejenige Kundin, die bestimmte Sorteneigenschaften liebt und sucht, findet sie punktgenau in einer solchen Sortengruppe.

Lesen Sie den ganzen Artikel in Ausgabe 03/ 2013 Deutsche Baumschule.