Grüne Branche

Das ganze Jahr ist Porree-Zeit

Eine Besonderheit des Porrees ist die Möglichkeit, ihn ganzjährig zu beziehen. Die Pflanzen des Sommeranbaus werden bis Ende August geerntet, die Herbsternte findet bis Mitte November statt, während die Wintersorten ab Mitte November bis zum Frühjahr zur Ernte anstehen. Aufgrund des höheren Schädlingsaufkommens im Sommer sind die Sommersorten meistens resistenter gegen Krankheiten oder Insekten als die Herbst- oder Wintersorten. Weil sie im feuchten Frühjahr auf dem Feld stehen, wurden vielen Wintersorten Resistenzen gegen Pilzerkrankungen eingezüchtet. Der Niederrhein ist eine der wichtigsten Erzeugerregionen für Porree in Deutschland. Der Großteil der Gesamtmenge wächst im Freiland, aber in den traditionell etwas angebotsschwachen Monaten zwischen März und Juni kann man vereinzelt auch auf Porree aus Unterglas und Folienanbau zurückgreifen. Porree ist eine einjährige Pflanze, sie steht versetzt von einem Jahr ins nächste in Kultur. Die langen Furchen, in die der Porree gepflanzt ist, werden soweit mit Erde aufgefüllt, dass ein möglichst hoher Anteil des Schaftes bedeckt ist, denn Handel und Verbraucher wünschen gebleichte Schäfte. In den spezialisierten Betrieben erhöht moderne Technik die Effektivität: Porree-Roder, flexibel drehbare Waschanlagen, Wiegeeinrichtungen, Bündeleinrichtungen sowie verbesserte Kühlmöglichkeiten. Das stärkste Absatzgebiet ist Westdeutschland und besonders das Rheinland und das Ruhrgebiet. Verbraucher schätzen Porree als einheimisches Spitzenprodukt, weshalb die Partner des Lebensmitteleinzelhandels die regionale Herkunft immer stärker betonen. Bei der Vermarktung geht der Trend klar weg von Stück- und Bundware hin zur Kiloware: Lediglich zehn Prozent der aktuellen Ernte, das sind 2,4 Millionen Porree-Pflanzen, gehen als Stückware in den Handel. Die Kiloware ist so beliebt, weil der Verbraucher leicht seinen persönlichen Bedarf feststellen kann. Der Preis für Porree bleibt trotz der gestiegenen Kosten bei Lebensmitteln auf einem günstigen Niveau: Die internationale Wettbewerbssituation sowie eine fortschreitende Modernisierung der Betriebe führt zu einem differenzierten Sorten- und Mengenangebot - Porree bleibt also weiterhin ein preiswerter Leckerbissen.