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„Das Wunder der Wüste“

Es ist eine einzigartige Oase inmitten der Sahara: Seit Juli 2012 gehören die Ounianga-Seen im Tschad zum UNESCO-Weltnaturerbe. In einer der heißesten Regionen der Erde konnten sich 18 Seen erhalten, die von großen Wasserquellen tief im Untergrund der Wüste gespeist werden. In Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Museum Alexander Koenig informiert das Bundesamt für Naturschutz am 30. April in Bonn über dieses außergewöhnliche Weltnaturerbe. Die öffentliche Veranstaltung im Museum Koenig beginnt um 19 Uhr.

Eröffnet wird sie vom Direktor des Museum Königs Professor Dr. Wolfgang Wägele. Die Grußworte halten der stellvertretende Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission Dieter Offenhäußer und die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz Professorin Dr. Beate Jessel.

Ein Kurzfilm führt in die Seenlandschaft von Ounianga ein. In einem Fachvortrag informiert der Geologe Dr. Stefan Kröpelin vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Köln über das einzigartige Naturphänomen. Der Wüstenforscher hatte sich maßgeblich für einen Eintrag in die UNESCO-Welterbeliste eingesetzt. Als Vertreter der Welterbestätte wird Dr. Baba Mallaye, Direktor des Centre National d'Appui à la Recherche (CNAR) aus dem Tschad anwesend sein.

Das Weltnaturerbe „Seen von Ouninga“ wurde von der UNESCO wegen der außergewöhnlichen Naturschönheit und ästhetischen Bedeutung aufgenommen. Die Seenlandschaft in der Sahara ist ein von besonderen Wüstenformen zerfurchtes Becken. Die Form und Verteilung der Seen in Verbindung mit dem Einfluss von Wind und der in den Seen flottierenden Vegetation erweckt den Eindruck von Wasserwellen in der Wüste. In den 18 Seen von Ouninga leben Fische und andere Wassertiere, eine üppige Vegetation prägt die Ufer.

Die Seenlandschaft ist ein Relikt aus der letzten Feuchtzeit der Sahara, die von etwa 10.000 bis 1.500 vor Christus dauerte. Es ist heute ein weltweit einzigartiges hydrologisches System inmitten einer der größten Wüsten der Erde. Obwohl in dem heißen Klima mächtige Wassermengen unablässig aus den Seen verdunsten, gleicht ein riesiger Wasserspeicher im Untergrund die Verdunstung kontinuierlich aus. Es handelt sich zudem um die wertvollste Klimadatenbank Afrikas. Die Ablagerungen auf dem Grund der Seen geben präzise Rückschlüsse auf die Umwelt und
Lebensbedingungen vergangener Zeiten.

Dienstag, 30. April 2013, Beginn 19.00 Uhr

Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig
Adenauerallee 160
53113 Bonn